XRP: Ripple sichert 500 Millionen Dollar

Der XRP-Kurs fällt unter 1,30 US-Dollar, während Ripple parallel den Ausbau der institutionellen Infrastruktur und DeFi-Upgrades vorantreibt.

Die Kernpunkte:
  • Kurs rutscht unter psychologische Marke
  • Handelsvolumen steigt um 42 Prozent
  • Ripple treibt DeFi-Upgrade voran
  • Institutionelle Basis wird ausgebaut

XRP steckt zwischen Marktstress und Infrastruktur-Fortschritt. Der Kurs rutschte am Donnerstag unter die psychologisch wichtige Marke von 1,30 US-Dollar und fiel zeitweise auf 1,26 US-Dollar. Auslöser war vor allem die breitere Risikoaversion, angeheizt durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten.

Der Punkt ist: Der Verkaufsdruck kommt ausgerechnet in einer Phase, in der Ripple und das XRP Ledger ihre institutionelle und technische Basis ausbauen. Das macht die Lage widersprüchlich. Schwacher Chart, stärkere Infrastruktur.

Verkaufsdruck nimmt spürbar zu

Im Abverkauf zog das Handelsvolumen deutlich an. Es stieg um 42,7 Prozent auf rund 2,45 Milliarden US-Dollar, während die Marktkapitalisierung auf etwa 79,7 Milliarden US-Dollar zurückging. Das spricht weniger für ruhige Gewinnmitnahmen als für aktiven Verkaufsdruck.

On-Chain-Daten zeichnen ebenfalls ein angeschlagenes Bild. Der 30-Tage-MVRV fiel auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2020. Rund 47 Prozent der XRP-Halter sitzen derzeit auf Buchverlusten.

Am Freitag notiert XRP bei 1,31 US-Dollar und liegt damit leicht unter dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,50 Prozent. Der Markt hat den Rutsch also noch nicht sauber verarbeitet.

Der größere Trend bleibt belastet. Seit Jahresanfang hat XRP 30,19 Prozent verloren, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,66 US-Dollar beträgt 21,27 Prozent. Damit bleibt die technische Ausgangslage fragil.

Cryptoinsightuk warnt vor einem möglichen Rücksetzer in die Zone zwischen 1,10 und 1,20 US-Dollar. Andere Marktbeobachter sehen das aktuelle Niveau als potenzielle Akkumulationszone. Eine echte Entspannung wäre erst oberhalb von 1,65 US-Dollar überzeugender.

XRPL treibt DeFi-Upgrade voran

Abseits des Kurses arbeitet das XRP Ledger an einem wichtigen DeFi-Baustein. Am 28. Mai 2026 wurde das Amendment „AMM Swappable Curves“ offiziell vorgeschlagen. Die Initiative stammt von Denis Angell und Roman Thpt.

Das Upgrade soll das Automated-Market-Maker-System des Netzwerks erweitern. Geplant sind Funktionen wie StableSwap und Concentrated Liquidity. Ziel ist mehr Kapitaleffizienz und weniger Slippage, besonders bei Stablecoins und tokenisierten Real-World Assets.

Auf dem XRP Ledger liegen bereits tokenisierte Vermögenswerte im Wert von rund 3 Milliarden US-Dollar. Das ist kein Nebenpunkt, sondern ein zentraler Teil der Erzählung: XRP will nicht nur Zahlungscoin sein, sondern Infrastruktur für tokenisierte Märkte.

Parallel dazu wurde das Validator-Upgrade auf Version 3.1.3 aktiviert. Bis zum 27. Mai hatten etwa 40 Prozent der Nodes die neue Software implementiert. Das zeigt Fortschritt, aber auch: Die technische Umstellung ist noch nicht vollständig im Netzwerk angekommen.

Ripple baut institutionelle Infrastruktur aus

Ripple arbeitet ebenfalls an der institutionellen Schiene. Mitte Mai reichte das Unternehmen neue US-Markenanträge für Dienstleistungen rund um Treasury, Prime Brokerage und Wertpapierleihe ein. Das passt zur Integration von Ripple Prime nach der Übernahme von Hidden Road.

Ripple Prime verarbeitet jährlich ein Transaktionsvolumen von mehr als 3 Billionen US-Dollar für über 300 institutionelle Kunden. Damit geht es nicht mehr nur um Krypto-Handel im engeren Sinn. Ripple positioniert sich stärker als Anbieter für institutionelle Marktinfrastruktur.

Auch die Kapitalbasis wurde gestärkt. Eine Finanzierungsrunde über 500 Millionen US-Dollar hebt die Bewertung von Ripple auf rund 40 Milliarden US-Dollar. Das ist ein starkes Signal, gerade in einer Phase schwacher XRP-Kurse.

Interessant ist auch der ETF-Vergleich. Während Spot-Bitcoin-ETFs am 27. Mai Abflüsse von 733,4 Millionen US-Dollar verzeichneten, blieben XRP-ETFs mit rund einer Milliarde US-Dollar verwaltetem Vermögen vergleichsweise stabil.

Ein Pilotprojekt mit JPMorgan unterstreicht den Infrastrukturanspruch. Ripple demonstrierte die Abwicklung tokenisierter US-Treasury-Rückzahlungen in weniger als fünf Sekunden. Genau solche Anwendungsfälle sollen XRP und das Ledger stärker in Richtung Interbanken-Settlement und digitale Zentralbankwährungen rücken.

Kurzfristig bleibt der Chart angeschlagen, solange XRP nicht klar über 1,65 US-Dollar zurückkehrt. Fundamental arbeitet Ripple an einer breiteren institutionellen Basis, doch der Markt preist aktuell vor allem Risikoaversion und Verkaufsdruck. Die nächste Bewährungszone liegt damit unten bei 1,10 bis 1,20 US-Dollar — oben wartet der technische Ausbruch erst deutlich höher.

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