XRP: RLUSD an vier südkoreanischen Börsen gelistet

Trotz Rekordzuflüssen in XRP-ETFs bleibt der Kurs schwach. Regulatorische Unsicherheit in den USA und ein möglicher Rechtsstreit belasten die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • Rekordzuflüsse in XRP-ETFs
  • Kurs bleibt unter Druck
  • Regulatorische Unsicherheit in den USA
  • Expansion in Asien und neue Produkte

Während der Kurs von XRP unter Druck bleibt, wächst das institutionelle Engagement in dem Token spürbar. Die kumulierten Nettozuflüsse in US-Spot-ETFs auf XRP haben am Donnerstag die Marke von 1,5 Milliarden Dollar überschritten – ein Rekordwert seit dem Start der Produkte. Der Token selbst notiert aktuell bei 1,07 US-Dollar, nach einem Minus von 0,15 Prozent am heutigen Handelstag. Die Diskrepanz zwischen robuster ETF-Nachfrage und lahmender Kursentwicklung prägt derzeit das Bild von XRP.

ETF-Zuflüsse trotzen der Kursflaute

Bitwise führt das Feld der XRP-ETF-Anbieter mit kumulierten Zuflüssen von 500 Millionen Dollar an, gefolgt von Canary Capital mit 466,97 Millionen Dollar und Franklin Templeton mit 422,45 Millionen Dollar. Grayscale kommt auf 131,46 Millionen Dollar, während 21Shares als einziger großer Anbieter mit minus 20,06 Millionen Dollar negative Nettoflüsse verzeichnet. Franklin Templetons Fonds XRPZ verwaltet mittlerweile 254,35 Millionen Dollar und nahm zuletzt 542.900 XRP auf; das tägliche Handelsvolumen des Fonds liegt bei 10,35 Millionen Dollar. Parallel dazu meldeten US-Spot-Bitcoin-ETFs am Donnerstag Nettozuflüsse von 233,1 Millionen Dollar, angeführt von BlackRocks IBIT mit 183,4 Millionen Dollar – ein Signal, dass institutionelles Kapital insgesamt wieder stärker in Krypto-Produkte fließt, auch wenn der Juli für Ethereum-ETFs bislang nur verhaltene 205 Millionen Dollar an Zuflüssen brachte.

Auf der Kursseite zeigt sich derzeit wenig Euphorie. XRP bewegt sich damit rund fünf Prozent oberhalb seines 52-Wochen-Tiefs von 1,01 US-Dollar, das erst kürzlich Ende Juni markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht für den Token ein Verlust von 42,88 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 3,37 US-Dollar im vergangenen August liegt XRP sogar rund zwei Drittel im Minus. Der Relative-Stärke-Index von aktuell 42,9 deutet auf ein neutrales, leicht überverkauftes Momentum hin – Analysten verweisen auf Unterstützungszonen um 1,05 und die psychologisch wichtige Marke von 1,00 US-Dollar, sollte der Abwärtsdruck anhalten.

Regulatorischer Stillstand belastet Stimmung

Der wichtigste Belastungsfaktor für die gesamte Kryptobranche bleibt der ins Stocken geratene Digital Asset Market CLARITY Act. US-Finanzminister Scott Bessent forderte den Senat am Donnerstag erneut auf, unmittelbar über das Gesetz abzustimmen, und warf den Senatsdemokraten vor, den Prozess zu verzögern. Sieben demokratische Senatoren, darunter Angela Alsobrooks, Ruben Gallego, Mark Warner und Cory Booker, lehnen den aktuellen Entwurf ab – Streitpunkt sind vor allem Ethikregeln rund um die Krypto-Interessen von Präsident Trump. Senatsmehrheitsführer John Thune hält eine Verabschiedung vor der Sommerpause für unwahrscheinlich; für den Beschluss sind 60 Stimmen nötig. Immerhin gibt es Bewegung: Der Republikaner Thom Tillis und der Demokrat Ruben Gallego sollen sich einer Grundsatzeinigung über die Ethikklauseln angenähert haben.

JPMorgan warnt, dass die schwindenden Chancen auf eine Verabschiedung die Krypto-Marktaussichten insgesamt belasten und institutionelle Investitionen verzögern könnten. Die Bank taxiert die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung im laufenden Jahr auf Basis von Polymarket-Daten nur noch auf 31 Prozent. SEC-Vorsitzender Paul Atkins hatte den Kongress bereits Ende Juli zum Handeln gedrängt und angedeutet, notfalls eigene Regeln zu erlassen.

Expansion in Asien und neue Handelsprodukte

Unabhängig vom regulatorischen Tauziehen in Washington treibt Ripple die internationale Expansion seines Stablecoins RLUSD voran. Der von Ripple ausgegebene Dollar-Stablecoin ist inzwischen an allen vier größten Krypto-Börsen Südkoreas gelistet – Upbit, Bithumb, Coinone und Korbit. Ripple-SVP Jack McDonald bestätigte die Listung am Donnerstag; Upbit hatte den Handel bereits am 27. Juli aufgenommen, Bithumb folgte zwei Tage später. RLUSD ist vollständig durch Barmittel, US-Staatsanleihen und Geldmarktfonds gedeckt, BNY fungiert als primärer Verwahrer.

Auch der regulierte Zugang zu XRP selbst wächst: In Hongkong startete die lizenzierte Börse OSL Digital Securities am 29. Juli den Privatanlegerhandel mit XRP, abgewickelt über das XRP Ledger. Zusätzlichen Rückenwind könnte ein Antrag der Handelsplattform Kalshi bringen, die bei der US-Terminhandelsaufsicht CFTC die Selbstzertifizierung für Perpetual Futures auf zwölf Altcoins beantragt hat, darunter XRP. Der Token verfügt weltweit bereits über ein offenes Interesse von rund drei Milliarden Dollar in Perpetual Futures – eine mögliche US-Zulassung würde institutionellen Anlegern erstmals regulierten Zugang zu diesem Marktsegment eröffnen.

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