XRP: SEC sagt Regelwerk-Treffen ab

Die SEC verschiebt ihr Treffen zu Krypto-Regeln, XRP fällt unter die 1-Dollar-Marke. Wale kaufen trotzdem kräftig zu.

Die Kernpunkte:
  • SEC-Treffen zu Krypto-Regeln verschoben
  • XRP fällt unter 1-Dollar-Marke
  • Wale kaufen trotz Kursrutsch kräftig
  • Ripple verlängert Uni-Partnerschaft bis 2027

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte für Freitag ein wegweisendes Treffen angesetzt. Auf der Agenda: eine Abstimmung über „Regulation Crypto Assets“, das erste feste Regelwerk für Krypto-Investmentverträge in den USA. Die Sitzung wurde kurzfristig abgesagt — und XRP rutschte prompt unter die psychologisch wichtige Marke von einem Dollar.

Regulierung in der Warteschleife

Die SEC begründete die Absage mit „unvorhergesehenen Terminproblemen“. Einen neuen Termin nannte die Behörde bisher nicht. Das geplante Regelwerk sollte jahrelange Praxis durch Durchsetzungsverfahren ablösen und stattdessen feste Regeln schaffen — mit möglichen Schutzräumen für bestimmte Krypto-Projekte.

Die Verzögerung trifft auf einen weiteren Bremsklotz. Im Senat steht eine Abstimmung über den CLARITY Act für den 15. September an, einem Gesetz zur Marktklarheit bei digitalen Assets. Berichten zufolge hatte die SEC eine mit Spannung erwartete Ausnahmeregelung für Tokenisierung bereits vorab von der Agenda genommen. Der Grund: Die Behörde wollte laufende Verhandlungen zu Section 10505 des CLARITY Act nicht gefährden. Dieser Abschnitt soll die Behandlung tokenisierter Wertpapiere an traditionelle Finanzanlagen angleichen.

Kurs fällt, Wale kaufen

Die regulatorische Hängepartie trifft XRP in einer technisch angespannten Phase. Der Kurs markierte am 11. August mit 0,9929 Dollar ein neues 52-Wochen-Tief. Aktuell notiert die Kryptowährung bei 0,9992 Dollar — nur 0,6 Prozent über diesem Tief und rund 30 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,08 Dollar entfernt.

Der RSI liegt bei 34,6 und signalisiert damit eine überverkaufte bis neutrale Lage. Auf Jahressicht hat XRP fast die Hälfte seines Werts eingebüßt.

Bei den institutionellen Anlegern kühlt die Stimmung spürbar ab. Die wöchentlichen Nettozuflüsse in US-Spot-ETFs auf XRP brachen in der Woche zum 8. August um 93 Prozent auf gerade einmal 1,01 Millionen Dollar ein. Auf der Blockchain zeigt sich allerdings ein gegenläufiges Bild: Große Wallet-Inhaber, sogenannte Whales, kauften in den 24 Stunden vor dem 14. August über 72 Millionen Token. Fondsgelder ziehen sich zurück, direkte On-Chain-Käufer greifen zu — ein deutlicher Widerspruch zwischen beiden Anlegergruppen.

Ripple baut trotz Unsicherheit aus

Während Regulierung und Kurs für Nervosität sorgen, treibt Ripple sein globales Forschungsnetzwerk weiter voran. Am 12. August verlängerte das Unternehmen seine Partnerschaft mit der NYU Abu Dhabi im Rahmen der University Blockchain Research Initiative bis 2027.

Im Zentrum steht die Volta Initiative, die Blockchain-Technologie zur Verbesserung des Handelsverkehrs nutzt. Reece Merrick, Ripples Managing Director für den Nahen Osten und Afrika, sieht darin eine Stärkung der Universität als regionalen Knotenpunkt für Talente und praxisnahe Forschung rund um das XRP Ledger.

Die akademische Erweiterung passt zu Ripples jüngsten kommerziellen Schritten in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dazu zählen die Eröffnung einer Regionalzentrale in Dubai und die regulatorische Anerkennung des Stablecoins RLUSD in Abu Dhabi Anfang des Jahres.

Für XRP bleibt die Gemengelage vorerst ungeklärt: Ein neuer Termin für die SEC-Sitzung steht nicht fest, während die Senatsabstimmung zum CLARITY Act am 15. September näher rückt.

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