XRP: Senat entscheidet am 23. Juli
Die Entscheidung über den CLARITY Act im US-Senat am 23. Juli hält den XRP-Kurs in einer engen Spanne, während das Ökosystem wächst.

- Senatsabstimmung über CLARITY Act am 23. Juli
- Goldman Sachs löst XRP-ETF-Position auf
- RLUSD-Volumen auf XRP Ledger vervierzigfacht
- Netzwerkaktivität fällt auf Jahrestief
Ein Tag noch, dann fällt die Entscheidung. Am 23. Juli läuft im US-Senat eine Frist zum sogenannten CLARITY Act ab — jenem Gesetz, das XRP endlich als digitales Rohstoffgut einstufen soll. Genau diese Ungewissheit hält den Kurs derzeit in der Schwebe, während im Hintergrund das Ökosystem munter weiterwächst.
XRP notiert aktuell bei 1,14 Dollar. Das liegt zwar 12,65 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von Ende Juni, aber immer noch fast 69 Prozent unter dem Hoch vom Vorjahr. Der Token bewegt sich seit Wochen in einer engen Spanne knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,12 Dollar — ein Markt im Wartemodus.
Der CLARITY Act als Nadelöhr
Das Gesetz braucht im Senat 60 Stimmen, um ein mögliches Filibuster zu überstehen. Genau das macht die Abstimmung zum Nadelöhr für die gesamte Krypto-Regulierung in den USA.
Zuletzt drehten sich die Verhandlungen um Ethik-Klauseln, die Senatorin Elizabeth Warren gefordert hatte. Berichten zufolge soll Präsident Trump am 21. Juli bestimmte Formulierungen dazu abgesegnet haben. Die Wettplattform Polymarket taxiert die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr trotzdem nur auf 37 bis 43 Prozent. Scheitert eine Abstimmung im Plenum vor der Sommerpause am 10. August, verschiebt sich ein verbindlicher Rechtsrahmen wohl auf die nächste Legislaturperiode.
Goldman Sachs steigt aus, die Nachfrage bleibt
Bei den institutionellen Anlegern hat sich die Lage in der ersten Jahreshälfte spürbar verschoben. Bis Anfang Juli flossen kumuliert 1,49 Milliarden Dollar in Spot-XRP-ETFs. Parallel dazu zog sich einer der frühesten institutionellen Akteure komplett zurück.
Goldman Sachs hielt Ende 2025 noch eine Position von 153,8 Millionen Dollar in XRP-ETFs. Im ersten Quartal 2026 löste die Bank diese Position vollständig auf — über Produkte von Bitwise, Grayscale, Franklin Templeton und 21Shares hinweg, wie im Mai veröffentlichte SEC-Pflichtmeldungen zeigten. Trotz dieses Ausstiegs blieb die Nachfrage robust: Wöchentliche Nettozuflüsse haben den Verkaufsdruck bislang immer wieder aufgefangen.
Auch die Liquidität an den Börsen zieht sich zusammen. Die XRP-Reserven auf Binance sind auf 2,61 Milliarden Token gefallen — ein Sechs-Monats-Tief. Ein sinkendes Angebot an den Börsen deutet häufig darauf hin, dass Anleger ihre Bestände langfristig halten oder in institutionelle Verwahrung überführen.
RLUSD wächst, das Netzwerk schwächelt
Beim Ökosystem selbst gibt es handfeste Fortschritte. Das XRP Ledger-Netzwerk hat diese Woche die Marke von 8 Millionen aktivierten Konten überschritten. Parallel dazu wächst die Bedeutung von Ripples Stablecoin RLUSD: 52 Prozent der im Umlauf befindlichen RLUSD-Menge liegen inzwischen auf der XRP Ledger — mehr als auf Ethereum. Das On-Chain-Volumen von RLUSD auf der XRP Ledger hat sich in den vergangenen sechs Monaten vervierzigfacht.
Eine Klarstellung gab es zum Verhältnis von XRP zum Bankennetzwerk SWIFT. Dessen eigene Blockchain-Lösung setzt ausdrücklich nicht auf XRP, sondern auf tokenisierte Bankeinlagen zur Interoperabilität zwischen Zahlungssystemen.
Technisch steht als Nächstes die Aktivierung des Amendments fixCleanup3_2_0 an, geplant für den 29. Juli. Das Update hat bereits 85,71 Prozent Zustimmung von den Validierern erhalten und behebt Rundungs- sowie Präzisionsfehler im Kreditprotokoll der XRP Ledger.
Trotz dieser technischen Fortschritte lahmt die tatsächliche Netzwerkaktivität. Am 20. Juli sank die Zahl aktiver Konten auf rund 7.630 — der niedrigste Wert des Jahres. Institutionelles Interesse über ETFs ist hoch, private On-Chain-Transaktionen dagegen schwächeln, während der Markt auf den Ausgang der Senatsabstimmung wartet.
Die Abstimmung am 23. Juli dürfte kurzfristig die Richtung vorgeben. Scheitert ein Durchbruch vor der Sommerpause am 10. August, bleibt die regulatorische Unsicherheit für XRP wohl bis weit in den Herbst bestehen.
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