XRP: Senat vertagt Rechtssicherheit

Der US-Senat vertagt den CLARITY Act, was XRP einen wichtigen regulatorischen Katalysator entzieht. Der Kurs verharrt unter 1,10 Dollar, während die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung auf ein Rekordtief fällt.

Die Kernpunkte:
  • Senat stoppt CLARITY Act
  • XRP-Kurs unter 1,10 Dollar
  • Death Cross charttechnisch bestätigt
  • Wahrscheinlichkeit für Gesetz auf Tiefststand

Große Wallets kaufen weiter zu, der Kurs bewegt sich trotzdem seit Tagen kaum vom Fleck. Diese Konstellation wäre für sich schon bemerkenswert – richtig brisant wird sie durch einen politischen Rückschlag, der XRP gerade einen wichtigen Katalysator entzogen hat. Der US-Senat hat den CLARITY Act von der Tagesordnung genommen, und der Chart reagierte prompt.

XRP notiert aktuell bei rund 1,08 Dollar und hält sich in einer engen Spanne zwischen 1,07 und 1,10 Dollar. Der Widerstand bei 1,115 Dollar blockiert seit Tagen jeden Ausbruchsversuch. Auf Jahressicht liegt die Kryptowährung rund 66 Prozent im Minus, zum Allzeithoch von 3,84 Dollar fehlen etwa 72 Prozent.

CLARITY Act auf Eis – die Wahrscheinlichkeit bricht ein

Mehrheitsführer John Thune schob das Gesetz beiseite, um Personalentscheidungen und ein Sanktionspaket gegen Russland vorzuziehen. Für XRP war der CLARITY Act mehr als Symbolpolitik: Er hätte die Einordnung als Rohstoff dauerhaft im Bundesrecht verankert. Bislang stützt sich diese Auslegung nur auf die Haltung von SEC und CFTC – eine Position, die jede neue Behördenspitze wieder kippen kann.

Am 8. August beginnt die Sommerpause im Senat, danach wird das Zeitfenster für eine Verabschiedung eng. Auf Polymarket ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zustimmung auf ein Rekordtief von 37 Prozent gefallen, nach noch 82 Prozent im Februar. Der Markt reagierte mit einem Wochenminus und einem Volumenanstieg auf 2,54 Milliarden Dollar – ein Zeichen dafür, dass viele Positionen neu bewertet wurden, statt einfach ausgesessen zu werden.

Death Cross bestätigt, Marken bleiben entscheidend

Charttechnisch hat sich die Lage eingetrübt: Ein Death Cross ist bestätigt, der RSI notiert bei 40,9. Ohne einen Schluss über 1,09 Dollar auf Vier-Stunden-Basis bleibt die Ein-Dollar-Marke das nächstliegende Ziel der Bären. Binnen 24 Stunden wurden zuletzt Positionen im Umfang von 670 Millionen Dollar zwangsliquidiert, der überwiegende Teil davon auf der Käuferseite.

Für die Gegenrichtung braucht es mehr als nur Zukäufe großer Adressen. Standard Chartered hält ein Kursziel von acht Dollar nur für erreichbar, falls der Senat vollständig zustimmt und ETF-Zuflüsse von bis zu acht Milliarden Dollar hinzukommen. Selbst die Rückkehr zum alten Hoch wäre bei aktueller Marktkapitalisierung nur eine Verdreifachung – ambitioniert genug angesichts der aktuellen Lage.

Auf der fundamentalen Seite bleibt Positives: Das XRP Ledger meldet wachsende Zahlungsaktivität, und der Stablecoin RLUSD gewinnt an Nutzung. Ob das reicht, den Widerstand bei 1,115 Dollar zu knacken, dürfte sich vor dem 8. August entscheiden – dem letzten Termin, an dem der Senat den CLARITY Act theoretisch noch vor der Sommerpause behandeln könnte.

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