XRP: Skepsis trotz Rekordzuflüssen
Trotz massiver Kapitalzuflüsse in XRP-ETFs senkt Standard Chartered das Kursziel drastisch. Analysten bleiben gespalten.

- Standard Chartered senkt XRP-Kursziel deutlich
- Spot-ETFs verzeichnen achte positive Woche
- Ripple erhält MiCA-Lizenz in Luxemburg
- CLARITY Act-Abstimmung im Senat verschoben
Ein Analyst kappt sein Kursziel um fast zwei Drittel, gleichzeitig verzeichnen Spot-ETFs die achte positive Woche in Folge. Bei XRP klaffen Prognose und Kapitalfluss gerade auffällig auseinander. Was schwerer wiegt, zeigt sich erst in den kommenden Wochen.
XRP notiert bei rund 1,10 Dollar, nachdem der Token Anfang Juli einen Sprung von mehr als 20 Prozent hinlegte. Auslöser war die formelle Einigung zwischen Ripple und der US-Börsenaufsicht SEC am 1. Juli, die jahrelange regulatorische Unsicherheit beendete. Ein Short Squeeze zwei Tage später verstärkte die Bewegung zusätzlich. Vom Allzeithoch bei 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 bleibt der Kurs dennoch rund 70 Prozent entfernt.
Standard Chartered wird vorsichtiger
Standard Chartered senkte sein Jahresendziel für XRP von 8,00 auf 2,80 Dollar — bereits die zweite deutliche Korrektur in diesem Jahr. Selbst dieses reduzierte Ziel läge noch klar über dem aktuellen Niveau, doch der Einschnitt sorgte im Markt für Diskussionen. Changelly kalkuliert für Juli im Schnitt mit 1,17 Dollar, was vom aktuellen Kurs nur einen einstelligen Prozentgewinn bedeuten würde.
Auf der anderen Seite bauen institutionelle Anleger weiter Positionen auf. Spot-XRP-ETFs kamen auf kumulierte Zuflüsse von 1,47 Milliarden Dollar, die Börsenreserven fielen auf ein Siebenjahrestief. Der Binance Scarcity Index kletterte auf 0,77, den höchsten Stand seit Mitte 2024 — ein Zeichen für schwindendes verfügbares Angebot. Eine Ausnahme bildet Goldman Sachs: Die Bank löste ihre komplette XRP-ETF-Position im Wert von 154 Millionen Dollar auf, während der Rest des Marktes weiter zukaufte.
Auf der regulatorischen Seite kam Bewegung: Ripple erhielt die vollständige MiCA-CASP-Lizenz von der luxemburgischen Finanzaufsicht und darf damit regulierte Krypto-Zahlungen in 30 europäischen Ländern anbieten. Mastercard benannte Ripple zudem als Abwicklungspartner für ein neues KI-Zahlungsnetzwerk, was den institutionellen Nutzen von XRP unterstreicht.
Der nächste politische Termin bleibt der CLARITY Act, der XRP als Rohstoff einordnen würde. Das Gesetz verpasste die vom Weißen Haus gesetzte Frist am 4. Juli. Der Senat kehrt am 13. Juli aus der Sommerpause zurück, eine Abstimmung gilt frühestens Ende Juli oder Anfang August als realistisch — ein Verteidigungsgesetz genießt bei der Rückkehr Vorrang. Bis dahin bleibt der Widerstand bei 1,18 bis 1,20 Dollar die entscheidende Marke, während die Unterstützung zwischen 1,00 und 1,05 Dollar hält.
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