XRP: Upgrade 3.2.0 überschreitet 80-Prozent-Hürde
XRP Ledger-Upgrade 3.2.0 erreicht Validatoren-Mehrheit, während der Kurs nahe Jahrestief verharrt und ETF-Abflüsse die Stimmung belasten.

- 89 Prozent der Validatoren auf neuer Software
- Zwei-Wochen-Fenster für finale Aktivierung
- XRP-Kurs verharrt nahe Jahrestief
- Erster ETF-Abfluss seit acht Wochen
XRP kratzt an seinem Jahrestief. Gleichzeitig meldet das zugrundeliegende Netzwerk einen technischen Etappensieg. Zwei Entwicklungen, die gerade komplett auseinanderlaufen.
Das XRP Ledger-Upgrade auf Version 3.2.0 hat eine entscheidende Schwelle überschritten. Rund 89 Prozent der Validatoren auf der maßgeblichen Unique Node List haben die neue Software installiert. Nötig für eine Aktivierung sind 80 Prozent. Von 35 Validatoren auf der Standard-Liste laufen bereits 31 mit der neuen Version.
Auf Ebene der einzelnen Netzwerk-Knoten sieht das Bild langsamer aus: Nur 43 Prozent der aktiven Nodes nutzen bereits 3.2.0, 51 Prozent hängen noch bei der alten Version 3.1.3. Für die eigentliche Aktivierung zählt aber die Validator-Quote, nicht die Node-Quote. Diese Lücke wirkt größer, als sie tatsächlich ist.
Zwei-Wochen-Fenster entscheidet über die Aktivierung
Damit ein Upgrade final greift, braucht es mehr als den einmaligen Schwellenwert. Die Unterstützung von über 80 Prozent der Validatoren muss zwei Wochen am Stück Bestand haben. Diese Hürde ist gerissen, das Bestätigungsfenster läuft aber noch.
Parallel zum reinen Software-Rollout läuft eine separate Abstimmung: die Amendment namens fixCleanup3_2_0. Anders als das Upgrade selbst ist das ein formaler On-Ledger-Vote. Das Amendment bündelt Sicherheits-Fixes für neuere Funktionen wie Lending, Vaults und Multi-Purpose-Token — und hinkt der reinen Software-Akzeptanz spürbar hinterher.
Ripple, das Zahlungsunternehmen hinter den Gründern des XRP Ledger, hat bereits für das Amendment gestimmt. Validatoren, die zu lange zögern, drohen Konsequenzen: Wer bis zur Aktivierung nicht upgradet, riskiert einen sogenannten Amendment-Blocked-Status und damit die Abkopplung vom Netzwerk. Während des Rollouts ist zudem ein GitHub-Issue aufgetaucht — ein Fall, in dem das Service-Log den korrekten neuen Validator-Schlüssel zeigte, während der laufende Server noch den alten Schlüssel aus der Wallet-Datenbank nutzte. Entwickler ordnen das Verhalten allerdings der Migration zu, nicht einem Protokollfehler.
Kurs zeigt sich unbeeindruckt
Der technische Fortschritt hat sich bislang nicht in Kursbewegung übersetzt. XRP notiert aktuell bei 1,10 US-Dollar und liegt damit knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar, erreicht erst Ende Juni. Zum Jahreshoch von 3,65 Dollar aus dem vergangenen Juli klafft eine Lücke von fast 70 Prozent.
Auf Jahressicht steht ein Minus von gut 41 Prozent zu Buche. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,46 Dollar — knapp 25 Prozent über dem aktuellen Niveau. Kurzfristig zeigt sich immerhin etwas Stabilität: Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein leichtes Plus von gut einem Prozent, der RSI von 45 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand.
ETF-Abflüsse unterbrechen Acht-Wochen-Serie
Die Stimmung bekommt zusätzlichen Gegenwind von der Fondsseite. XRP-ETFs verzeichneten am 8. Juli erstmals seit acht Wochen einen Netto-Abfluss an einem einzelnen Handelstag. Anleger zogen 7,29 Millionen Dollar ab — der größte Tagesabfluss seit März. Das Geld kam komplett aus dem Bitwise XRP ETF, der zuvor zwei Tage lang keinerlei Handelsaktivität gezeigt hatte.
Die unterbrochene Serie hatte zuvor acht Wochen in Folge Nettozuflüsse gebracht, allein in der letzten Juni-Woche knapp 23 Millionen Dollar. Trotz der Pause bleibt die Gesamtbilanz positiv: Kumuliert stehen über alle zugelassenen XRP-ETFs rund 1,4 Milliarden Dollar an Zuflüssen, davon etwa 500 Millionen Dollar allein bei Bitwise.
Ein Gegengewicht zur Kursschwäche liefern die Netzwerkdaten selbst. Die Zahl aktiver Adressen auf dem XRP Ledger hat die Marke von 8,4 Millionen überschritten, angetrieben unter anderem durch Tokenisierung und Stablecoin-Aktivität.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf zwei parallele Fristen. Zum einen muss das zweiwöchige Bestätigungsfenster für Version 3.2.0 ohne Störung durchlaufen. Zum anderen braucht das fixCleanup3_2_0-Amendment eine Mehrheit, bevor Validatoren ohne Upgrade riskieren, vom Netzwerk abgeschnitten zu werden.
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