XRP: Verkaufswände bei Coinbase bremsen Ausbruch

XRP fällt auf 1,48 Dollar zurück, während ETF-Zuflüsse und institutionelle Käufe anhalten. Verkaufswände bei Coinbase bremsen den Ausbruch.

Die Kernpunkte:
  • Kursrückgang trotz ETF-Zuflüssen
  • Coinbase-Verkaufswände blockieren Ausbruch
  • Institutionelle Investoren stocken XRP-Positionen auf
  • SEC-Regulierung könnte Token-Status verändern

XRP steckt zwischen zwei Kräften fest: Auf der einen Seite kaufen Institutionen und ETF-Anleger kontinuierlich zu, auf der anderen Seite verhindern massive Verkaufsorder an der Börse Coinbase derzeit den Ausbruch nach oben.

Zwischen dem 22. und 25. August rutschte der Kurs von einem lokalen Hoch bei 1,70 Dollar auf rund 1,50 Dollar zurück. Marktdaten von Coinbase zeigten hohen Verkaufsdruck bei 1,70 und 2,00 Dollar, während sich Kauforder knapp unter 1,52 Dollar konzentrierten – die Rally seit Anfang August kam damit vorerst zum Stillstand.

Aktuell notiert XRP bei 1,48 Dollar und gibt am heutigen Handelstag 2,5 Prozent ab. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 48 Prozent zu Buche, auf Monatssicht von 35 Prozent – der jüngste Rücksetzer relativiert also eine sehr kräftige Erholungsbewegung, ändert aber nichts an der übergeordneten Aufwärtsdynamik der vergangenen Wochen.

Institutionelles Geld fließt weiter

Die sieben zugelassenen US-Spot-ETFs auf XRP verzeichneten in der Woche bis zum 22. August bereits die sechste Woche in Folge mit positiven Nettozuflüssen, insgesamt 39,78 Millionen Dollar.

Parallel dazu meldete Morgan Stanley in einer Pflichtmitteilung neue Positionen in Spot-XRP-ETFs, nachdem bereits JPMorgan Mitte August in seiner jüngsten Quartalsmeldung ein Engagement über institutionelle Fondsvehikel offengelegt hatte.

Diese Bewegungen deuten darauf hin, dass etablierte Finanzhäuser XRP zunehmend als reguläres Portfolioelement behandeln – unabhängig von den kurzfristigen Kursschwankungen an den Kryptobörsen.

Auf Unternehmensseite hat Ripple Prime, der Brokerage-Arm des Unternehmens, eine aufgestockte Anleiheemission über 275 Millionen Dollar abgeschlossen. Es handelt sich um unbesicherte Senior Notes, die zur Finanzierung der Expansion des Brokerage-Geschäfts dienen und auf der Unternehmensbonität von Ripple beruhen – zu der auch dessen XRP-Bestände zählen. Eine direkte Besicherung durch XRP-Token wurde in den öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht ausgewiesen.

Regulatorisches Umfeld hellt sich auf

Zusätzlichen Rückenwind liefert die regulatorische Entwicklung in den USA. Die SEC schlug Mitte August mit „Regulation Crypto Assets“ eine neue Safe-Harbor-Regel vor, die es Token erlauben würde, nach Erreichen bestimmter Entwicklungsmeilensteine aus der Einstufung als Wertpapier auszuscheiden – als Präzedenzfall wird explizit die 2025 erzielte Einigung im Ripple-Verfahren genannt.

Bei einem Treffen im Weißen Haus am 19. August signalisierte CFTC-Chef Michael Selig zudem einen Kurswechsel weg von einer durchsetzungsgetriebenen Regulierung, an dem auch Ripple-Führungskräfte teilnahmen.

Auf der Angebotsseite mahnt eine Analyse von 21Shares zur Vorsicht: Durch den laufenden Escrow-Freigabemechanismus verwässert sich der XRP-Bestand jährlich um 5,5 Prozent. Damit die Netzwerkeinnahmen diesen zusätzlichen Angebotsdruck ausgleichen könnten, müssten sie den Berechnungen zufolge um das 12.700-Fache steigen – ein Hinweis darauf, dass die langfristige Token-Ökonomie trotz der positiven Kurznachrichten strukturelle Herausforderungen birgt.

Charttechnisch bleibt der Wert überkauft: Der RSI liegt bei 80,6, und der Kurs notiert 16 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,28 Dollar. Anleger dürften die kommenden Tage genau beobachten, ob die Nachfrage aus ETFs und institutionellen Investoren ausreicht, um die Verkaufswände bei Coinbase zu durchbrechen – oder ob der jüngste Rücksetzer erst der Anfang einer breiteren Konsolidierung ist.

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