XRP: Version 3.4.0 bringt Kreditprotokoll

Die XRP Ledger Foundation legt mit xrpld 3.4.0 die technische Grundlage für neue Kreditfunktionen, deren Freischaltung Validatoren entscheiden.

Die Kernpunkte:
  • xrpld 3.4.0 bringt neue Abstimmungen
  • Geschlossene Tresore sind vorgesehen
  • Peer-Verbindungen stabilisieren sich bei 501
  • XRP-ETFs verzeichnen 5,15 Millionen Abflüsse

Mit der Veröffentlichung von Version 3.4.0 der Kernsoftware xrpld stellt die XRP Ledger Foundation neue funktionale Erweiterungen für das dezentrale Netzwerk zur Abstimmung.

Im Zentrum des technischen Updates steht das Regelwerk Lending Protocol v1.1, das die bestehende Infrastruktur um strukturierte Kreditmechanismen ergänzen soll. Anleger und Validatoren richten ihr Augenmerk damit nach turbulenten Tagen wieder verstärkt auf die infrastrukturelle Weiterentwicklung des Protokolls.

Kreditprotokoll und geschlossene Tresore

Das Softwarepaket bringt zwei zentrale Änderungsanträge zur Abstimmung durch die Validatoren ein: LendingProtocolV1_1 sowie fixCleanup3_4_0. Gleichzeitig wird der ältere Änderungsantrag fixAMMOverflowOffer aus dem Paket entfernt. Der Vorstoß zum Kreditprotokoll zielt darauf ab, die sogenannten Single Asset Vaults im Netzwerk auszubauen. Vorgesehen ist die Einführung geschlossener Tresore sowie einer Rechnungslegung auf Barzahlungsbasis.

Nach dem vorgeschlagenen Konzept sollen diese Tresore künftig drei feste Phasen durchlaufen: Zeichnung, Investition und Rückzahlung. Die Softwareversion liefert die technische Basis für diese Funktionen, schaltet sie aber nicht eigenständig frei.

Im Konsensverfahren des XRP Ledgers erfordert jede Protokolländerung eine dauerhafte Zustimmung von mehr als 80 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren über einen zusammenhängenden Zeitraum von zwei Wochen. Parallel dazu migrierte die Foundation die Bereitstellung der Softwarepakete auf eine neu signierte Infrastruktur, was Anpassungen bei den Betreibern älterer Serverversionen erfordert.

Netzwerkstabilität und Marktumfeld

Neben den Protokollneuerungen verzeichnete auch die zugrunde liegende Netzwerkinfrastruktur eine technische Beruhigung. David Schwartz, Ripple CTO Emeritus, berichtete am Freitag über eine Stabilisierung der Peer-Verbindungen an seinem privaten Hub oberhalb der Schwelle von 500 aktiven Teilnehmern. Mit 501 Verbindungen lag der Wert nahe dem jüngsten Höchststand von 509, begleitet von spürbar weniger Verbindungsabbrüchen.

Auf der Marktseite zeigte sich das institutionelle Interesse zuletzt leicht gedämpft. Am vergangenen Donnerstag registrierten die US-amerikanischen Spot-ETFs für XRP Nettoabflüsse von 5,15 Millionen US-Dollar. Die gesamten kumulierten Zuflüsse in diese Anlageprodukte verbleiben dennoch bei knapp 1,71 Milliarden US-Dollar.

Auf regulatorischer Ebene hatte der gescheiterte CLARITY Act vor gut einer Woche im US-Senat zunächst für Verunsicherung gesorgt, seither steht dennoch ein Plus von 6,9 % zu Buche. Zuletzt kostete XRP am Markt 1,52 USD, was einem leichten Tagesrückgang von 0,7 % entspricht. Der Fokus der Marktteilnehmer liegt nun auf dem Abstimmungsverhalten der Validatoren bezüglich der neuen Kreditfunktionen.

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