XRP: Vollzulassung in Luxemburg
Ripple erlangt vollständige MiCA-Konzession in Luxemburg, während XRP-Reserven an Börsen auf ein Sieben-Jahres-Tief fallen.

- Vollständige CASP-Lizenz von CSSF erhalten
- XRP-Reserven an Börsen auf Tiefstand
- RLUSD-Volumen erreicht 810 Millionen Dollar
- Goldman Sachs löst XRP-ETF-Position auf
Ripple hat die vollständige CASP-Lizenz von Luxemburgs Finanzaufsicht CSSF erhalten. Damit ist der Konzern erstmals vollständig MiCA-konform in der gesamten Europäischen Union. Das Timing fällt in eine Phase, in der XRP-Reserven an Börsen auf ein Sieben-Jahres-Tief fallen — ein Zusammenspiel, das Marktbeobachter aufhorchen lässt.
Passport für 30 Länder
Die CASP-Zulassung erlaubt Ripple, seine regulierten Krypto-Dienste in allen 30 Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums anzubieten, ohne für jedes Land eine neue Genehmigung zu beantragen. Die CSSF hatte im Juni 2026 bereits einen vorläufigen „Green Light Letter“ ausgestellt. Mit der finalen Genehmigung reiht sich Ripple in eine kleine Gruppe von rund 280 Firmen ein, die den MiCA-Prozess nach Ablauf der Übergangsfrist erfolgreich abgeschlossen haben.
Die neue Lizenz ergänzt Ripples bestehende E-Geld-Zulassung. Zusammen decken beide Genehmigungen eine komplette Zahlungsinfrastruktur ab — von regulierten Krypto-Diensten bis zum Stablecoin-Geschäft. Weltweit hält Ripple damit mehr als 75 regulatorische Lizenzen.
Cassie Craddock, Managing Director für Großbritannien und Europa bei Ripple, erklärte, der Konzern trete in die Post-Übergangsphase der MiCA-Regulierung vollständig compliant ein. Nicht lizenzierte Anbieter müssen ihre Geschäfte in der EU zunehmend einstellen — ein Vorteil für Firmen wie Ripple, die den Prozess bereits abgeschlossen haben.
Stablecoin-Wachstum mit Einschränkung
Ripples eigener Stablecoin RLUSD hat auf dem XRP Ledger inzwischen ein Volumen von 810 Millionen Dollar erreicht. Die CASP-Lizenz deckt jedoch nur Krypto-Dienste ab. Für den vollen EU-Betrieb benötigt RLUSD noch eine separate, stablecoin-spezifische Genehmigung.
Das institutionelle Interesse an XRP zeigt sich auch über andere Kanäle. US-amerikanische Spot-XRP-ETFs verzeichneten zuletzt die neunte Woche in Folge mit Netto-Zuflüssen, zusätzliche 17,19 Millionen Dollar kamen hinzu. Seit dem Start dieser ETFs summieren sich die Zuflüsse auf etwa 1,39 Milliarden Dollar. Goldman Sachs hatte seine XRP-ETF-Position im Jahresverlauf 2026 allerdings komplett aufgelöst.
Knappes Angebot, gedrückte Stimmung
Die Reserven von XRP an Kryptobörsen sind Berichten zufolge auf rund 1,6 Milliarden Token gefallen — den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. Der Binance XRP Scarcity Index kletterte auf 0,77, den höchsten Wert seit Mitte 2024. Beide Kennzahlen deuten auf ein knapper werdendes handelbares Angebot hin.
Am Markt notiert XRP aktuell bei 1,15 Dollar, nach einem Wochenplus von knapp 9,7 Prozent. Der Titel testet damit die Widerstandszone zwischen 1,20 und 1,21 Dollar, liegt aber weiterhin rund 3,9 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,20 Dollar. Zum 200-Tage-Schnitt von 1,48 Dollar klafft eine Lücke von mehr als 22 Prozent.
Die Kluft zum bisherigen Jahreshoch bleibt deutlich: Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 trennen XRP aktuell fast 68 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von knapp 39 Prozent zu Buche. Die MVRV-Kennzahlen des Analysehauses Santiment liegen auf 30- und 365-Tage-Basis bei minus 45 beziehungsweise minus 47 Prozent — historisch niedrige Werte, die auf eine Unterbewertung gegenüber dem realisierten Durchschnittspreis hindeuten.
Die Marktstimmung bleibt gedämpft: Der Fear-&-Greed-Index steht bei 24 Punkten, ein Wert im Bereich „Extreme Angst“. Die regulatorische Klarheit aus Luxemburg trifft damit auf ein Umfeld, in dem der XRP-Kurs weiterhin stark von der Entwicklung des breiten Kryptomarktes abhängt.
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