XRP: Wale kaufen 380 Millionen Token

XRP fällt unter 1 Dollar, erholt sich aber leicht. Ein Bridge-Hack und massive ETF-Verluste trüben die Stimmung, während Großanleger weiterhin kaufen.

Die Kernpunkte:
  • XRP rutscht unter 1 Dollar
  • Bridge-Hack erschüttert Vertrauen
  • Großwallets akkumulieren trotz Kursverlust
  • ETF-Abflüsse belasten Kryptomarkt

XRP kämpft an einer psychologisch wichtigen Grenze. Nach einem Rutsch unter die Marke von einem Dollar – erstmals seit November 2024 – notiert die Kryptowährung aktuell bei 1,00 US-Dollar, ein Minus von 0,3 Prozent im Tagesverlauf. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 5,3 Prozent zu Buche, was die fragile Lage rund um die Ein-Dollar-Schwelle unterstreicht.

Bridge-Hack belastet ohnehin angespanntes Sentiment

Ein Sicherheitsvorfall verschärfte die Nervosität zusätzlich: Am 9. August erbeutete ein Angreifer rund 200.000 XRP im Gegenwert von etwa 202.000 US-Dollar aus einer Cross-Chain-Bridge. Eine Software-Schwachstelle hatte gefälschte Einzahlungen als echte behandelt, wie Decrypt berichtete.

Die Betreiber stoppten die Bridge und reichten eine Beschwerde beim FBI ein. Die XRP Ledger selbst blieb nach Angaben mehrerer Berichte von dem Vorfall unberührt – betroffen war ausschließlich die externe Brücken-Infrastruktur.

Parallel dazu erreichten die Derivatemärkte bemerkenswerte Dimensionen. Das Open Interest bei XRP-Futures kletterte auf rund 2,67 Milliarden XRP beziehungsweise etwa 2,73 Milliarden Dollar – den höchsten Stand seit Oktober 2025. Die Funding Rate schoss laut Marktdaten um 211 Prozent auf 0,03059 Prozent pro acht Stunden nach oben, ein Signal für aggressive Long-Positionierung in einem fallenden Markt.

Der Analyst Markus Thielen von 10x Research wies darauf hin, dass der Markt die jüngsten US-Inflationsdaten kaum einpreise und nannte 0,92 US-Dollar sowie darunter 0,50 US-Dollar als mögliche nächste Unterstützungsniveaus.

Große Wallets kaufen trotz fallender Kurse

Auffällig ist das Verhalten institutioneller und großer privater Halter. Nach Daten des Analyseanbieters Santiment stieg die Zahl der Wallets mit mindestens einer Million XRP innerhalb von drei Monaten um 32 auf über 2.000 – während die Marktkapitalisierung im selben Zeitraum um 29 Prozent einbrach.

Großinvestoren kauften binnen einer Woche rund 380 Millionen XRP im Wert von etwa 390 Millionen US-Dollar. Diese Diskrepanz zwischen sinkendem Preis und wachsenden Großbeständen deuten Beobachter als Akkumulationsphase, wenngleich unklar bleibt, ob sie organisch getrieben ist.

Auf der ETF-Seite zeigt sich ein gemischtes Bild. Der 21Shares XRP ETF verlor in der ersten Jahreshälfte 2026 laut Fondsdaten 54,4 Prozent seines Vermögens, von 247,7 auf 112,9 Millionen Dollar, bei einem realisierten Verlust von 13,36 Millionen Dollar.

Der Bitwise XRP ETF wies im gleichen Zeitraum einen Nettoverlust von 176,6 Millionen Dollar aus, verzeichnete aber dennoch Nettozuflüsse von 234,4 Millionen Dollar und verdoppelte seinen XRP-Bestand auf 286,8 Millionen Token. Neue institutionelle Käufer wie die Bank of Montreal offenbarten in Pflichtmeldungen erstmals XRP-Engagements, während Goldman Sachs seine Position reduzierte.

Ledger-Upgrade und regulatorische Weichenstellungen

Auf technischer Seite unterstützt Ripple das Amendment fixCleanup3_3_0 für die XRP Ledger-Version 3.3.0, das Fehler bei Vaults, Lending, AMMs und dem permissioned DEX beheben soll.

Bislang stimmten acht von 35 Validatoren zu, für die Aktivierung sind 28 Stimmen über zwei Wochen nötig. Regulatorisch bleibt der US-amerikanische CLARITY Act ein entscheidender Faktor: Der Analyst Gareth Soloway sieht bei einer Verabschiedung bis Oktober das Potenzial für eine Kursrallye von bis zu 100 Prozent.

Der Researcher SMOKE argumentiert zugleich, Ripple könne über eine nationale Banklizenz der US-Bankenaufsicht OCC auch ohne diesen Gesetzesbeschluss expandieren – ein bedingt genehmigtes Verfahren mit Fristen bis Ende 2026 und Mitte 2027. Für Anleger bleibt die Ein-Dollar-Marke damit vorerst der entscheidende Prüfstein.

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