XRP: Wale kaufen gegen den Trend
Trotz rückläufiger ETF-Nachfrage und verschobener US-Regulierung akkumulieren XRP-Wale weiter. Der Kurs hält die Ein-Dollar-Marke, während der Markt auf die Senatsabstimmung wartet.

- ETF-Zuflüsse brechen um 93 Prozent ein
- Wale sammeln täglich Millionen XRP ein
- US-Regulierungsentscheidung auf September verschoben
- XRP hält Kurs um Ein-Dollar-Marke
Ripple hat am 13. August 50 Millionen XRP im Wert von rund 50,5 Millionen Dollar an eine unbekannte Wallet verschoben. Rund eine Million davon landete kurz darauf bei Binance, der Zweck der restlichen 49 Millionen blieb offen.
Fast zeitgleich brachen die wöchentlichen Zuflüsse in die amerikanischen XRP-Spot-ETFs um 93 Prozent ein — von 14,86 Millionen auf nur noch 1,01 Millionen Dollar. Der Kurs hält sich trotzdem hartnäckig an der Marke von einem Dollar.
Das Fondsvermögen der sieben XRP-Produkte sank von 988 auf 964 Millionen Dollar, während Bitcoin-Fonds im selben Zeitraum 754 Millionen Dollar einsammelten. Das Kapital ist also nicht aus dem Kryptomarkt verschwunden, es hat nur die Richtung gewechselt.
Wale kaufen, während institutionelles Geld abzieht
Während die ETF-Nachfrage einbricht, passiert auf der Blockchain das Gegenteil. Adressen mit mehr als zehn Millionen XRP kaufen nach verfügbaren Daten täglich über zehn Millionen Token nach. Bei Binance stammen 91 Prozent aller Abflüsse von diesen großen Haltern — der höchste Anteil seit 2024. Am 11. August, als der Kurs kurzzeitig unter einen Dollar rutschte, sollen Wale mehr als 380 Millionen Token eingesammelt haben.
Charttechnisch bleibt das Bild angespannt. XRP notiert unterhalb sämtlicher wichtiger gleitender Durchschnitte: unter dem 20-Tage-Schnitt bei 1,04 Dollar, unter dem 50-Tage-Schnitt bei 1,09 Dollar und deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt bei 1,35 Dollar.
Der Fear-and-Greed-Index für Kryptowährungen steht bei 29 Punkten und signalisiert spürbare Angst im Markt. Als Unterstützung gilt weiterhin die Marke von einem Dollar, als erster Widerstand rund 1,015 Dollar, darüber die Zone bei 1,065 Dollar.
Washington bremst die Regulierungshoffnung
Der eigentliche Belastungsfaktor liegt jedoch nicht im Chart, sondern in Washington. Die US-Börsenaufsicht hatte für den 14. August eine Sitzung zu neuen Kryptoregeln angesetzt, sagte den Termin am Vorabend jedoch kurzfristig ab — ein Ersatztermin steht bislang nicht fest.
Parallel verschob die Behörde auch eine geplante Ausnahmeregelung für tokenisierte Wertpapiere. Die Abstimmung über den CLARITY Act im Senat wurde auf September vertagt, Prognosemärkte räumen dieser Abstimmung derzeit nur geringe Erfolgschancen ein.
Bei einer Marktbewertung von rund 62,8 Milliarden Dollar wiegt diese Verzögerung schwer: Selbst eine deutliche Kursbewegung nach oben bräuchte Milliarden an frischem Kapital, um sich prozentual überhaupt bemerkbar zu machen.
Immerhin liefert die technische Seite Substanz — Version 3.3.0 des XRP Ledgers brachte zuletzt vertrauliche Überweisungen für tokenisierte Vermögenswerte, und mittlerweile liegen reale Werte im Milliardenbereich auf der Blockchain.
Bis zur Senatsabstimmung im September dürfte der Markt zwischen diesen beiden Kräften pendeln: institutionellem Rückzug auf der einen, hartnäckiger Wal-Akkumulation auf der anderen Seite. Ob die Marke von einem Dollar als Boden hält, entscheidet sich an genau dieser Front.
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