Xtrackers AI & Big Data: Index öffnet sich für Quantencomputing seit 20. Juli
Trotz enttäuschender Meta-Zahlen steigt der KI-ETF dank starker Microsoft-Ergebnisse. Der Fonds profitiert von breiter Streuung und Index-Anpassungen.

- Microsoft übertrifft Erwartungen deutlich
- Meta verfehlt Gewinnprognosen
- ETF trotzdem im Plus
- Index erweitert um Quantencomputing
Ein ETF, zwei Gesichter: Microsoft glänzt, Meta enttäuscht — und beide Zahlen fielen am selben Abend. Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF profitierte trotzdem. Am Donnerstag stieg das Papier um 1,80 Prozent auf 190,26 Euro.
Der Fonds bildet den Nasdaq Global Artificial Intelligence and Big Data Index ab. Microsoft und Meta zählen neben Apple, Nvidia, Amazon und Alphabet zu den größten Positionen. Am 29. Juli legten beide Konzerne ihre Quartalszahlen vor. Die Reaktionen könnten unterschiedlicher kaum ausfallen.
Microsoft liefert, Meta enttäuscht
Microsoft übertraf die Erwartungen deutlich. Der Umsatz kletterte auf 90,01 Milliarden Dollar, Analysten hatten nur 87,62 Milliarden Dollar erwartet. Die Cloud-Sparte Azure wuchs währungsbereinigt um 43 Prozent — auch das lag über der Prognose von 40,2 Prozent.
Im laufenden Geschäftsjahr 2026 knackt Azure erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar Umsatz. Auch das KI-Assistenzprodukt Copilot zieht an: Microsoft 365 Copilot zählt mittlerweile über 30 Millionen zahlende Nutzer, im April waren es noch gut 20 Millionen.
Bei Meta sieht die Bilanz anders aus. Der Gewinn je Aktie lag bei 6,18 Dollar und verfehlte die Analystenschätzungen um 1,04 Dollar. Für das dritte Quartal stellt der Konzern einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht — das untere Ende bleibt hinter den Markterwartungen zurück.
Die Profitabilität brach ein. Der Nettogewinn sank um 14 Prozent auf 15,85 Milliarden Dollar, die operative Marge fiel von 43 auf 31 Prozent. Ein Marktstratege beschrieb die Situation als zwei gegensätzliche KI-Investitionsstrategien: Ein Unternehmen steigert seine Gewinne trotz hoher Ausgaben, das andere lässt genau diese Kosten die Bilanz belasten.
Chiphersteller sorgen für zusätzliche Unruhe
Auch bei den Halbleiter- und Speicherchip-Positionen des Fonds ging es turbulent zu. Samsung Electronics und SK Hynix, beide unter den größten Fondspositionen neben Micron und Intel, meldeten Rekordgewinne dank starker KI-Nachfrage nach Speicherchips.
Die Aktienkurse reagierten trotzdem gegensätzlich. Offenbar treibt derzeit weniger die reine Gewinnhöhe die Kursbewegungen im KI-Sektor an, sondern die Erwartungen an künftige Investitionsausgaben.
Index öffnet sich für Quantencomputing
Der zugrunde liegende Index hat seine Methodik verändert. Seit dem 20. Juli 2026 gehört auch ein Quantencomputing-Segment zum investierbaren Universum der Kategorie Data Computing und Processing.
Zudem wechselte der übergeordnete Referenzindex zum Nasdaq Global Disruptive Technology Benchmark2 Index. Die Anpassung soll die Fondsposition langfristig über die bisherige Konzentration auf Cloud-Riesen und Chiphersteller hinaus verbreitern.
Kurs unter dem Rekordhoch
Trotz des Tagesgewinns bleibt der ETF deutlich unter seinem Rekordniveau. Das 52-Wochen-Hoch von 222,05 Euro stammt vom 2. Juni 2026 — aktuell liegt der Kurs rund 14 Prozent darunter. Der 200-Tage-Durchschnitt von 169,40 Euro liegt klar unter dem aktuellen Niveau und zeigt: Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt, auch wenn sich der Fonds von seinen Frühjahrshochs entfernt hat.
Auf Jahressicht steht ein Plus von 22,34 Prozent zu Buche. Über zwölf Monate beträgt der Zuwachs knapp 33 Prozent.
Breite Streuung als Stärke
Mit 119 Einzelpositionen setzt der Fonds auf eine breite Streuung entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette. Zu den größten Gewichtungen zählen Samsung Electronics, Micron Technology, SK Hynix, Intel und Alphabet.
Genau diese Woche zeigt, warum das ein Vorteil sein kann. Während einzelne Aktien wie Meta stark nachgeben, gleichen andere Positionen wie Microsoft die Verluste aus — und der Gesamtfonds bewegt sich trotz gegensätzlicher Einzelentwicklungen nach oben.
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