Yahoo mit guten Zahlen, aber Übernahme weiter in der Schwebe

Für das letzte Jahr gab Yahoo einen unerwartet hohen Gewinn und eine deutliche Umsatzsteigerung bekannt. Doch die Übernahme des kriselnden Internet-Pioniers durch den US-Telekom-Riesen Verizon zieht sich länger hin als erwartet. Denn man arbeite immer noch am Abschluss des Deals, der im Juli vergangenen Jahres vereinbart wurde.

Allerdings waren die Übernahmebedingungen auf den Prüfstand geraten, als nach dem Bekanntwerden zweier beispielloser Hackerangriffe aus den Jahren 2013 und 2014 Daten von mehr als einer Milliarde Yahoo-Nutzern gestohlen wurden.

Verkauf weiter in der Schwebe

Der Telekom-Konzern Verizon hatte im Juli 2016 vereinbart, das Yahoo-Kerngeschäft mit Online-Werbung sowie der Suchmaschine und den Mail- und Messenger-Diensten für 4,8 Mrd. Dollar zu kaufen. Die Übernahme sollte eigentlich Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden, wurde nun aber auf das zweite Quartal verschoben. Experten gehen nicht davon aus, dass Verizon die Transaktion abbläst, doch es wird erwartet, dass der Konzern nun einen spürbaren Preisnachlass durchsetzen will.

Weiteres Ungemach droht

Außerdem geht wohl die US-Börsenaufsicht SEC laut eines Zeitungsberichts der Frage nach, ob Yahoo die SEC zu spät über die Cyber-Attacken informiert habe. Die Behörde habe bereits im Dezember entsprechende Dokumente beim Konzern angefordert, berichtete das “Wall Street Journal”. Neben dem Hackerangriff von 2014 war im Dezember auch noch ein weiterer großer Datenklau bekannt geworden, der sich bereits 2013 ereignet habe und von dem sogar eine Milliarde Nutzer betroffen sein sollen.

Yahoo erwirtschaftet Überschuss

Im letzten Quartal legten die Erlöse von Yahoo um 15 % zu auf 1,47 Mrd. Dollar. Zugleich erwirtschaftete man einen Überschuss von 162 Mio. Dollar nach einem Verlust von 4,43 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor. Allerdings war das Minus des Vorjahres vor allem auf eine Abschreibung auf Firmenanteile zurückgegangen.

Die um Abgaben an Partner-Websites bereinigten Erlöse gingen, verglichen mit dem Vorjahreswert, um 4 % auf 960 Mio. Dollar zurück. Denn man kann schon länger nicht mehr mit den schnell wachsenden Giganten Google und Facebook mithalten.

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