Zalando: Starker Umsatz, dennoch rote Zahlen

Der Online-Modehändler Zalando kann sich über eines nicht beklagen, fehlende Kunden. So stieg beispielsweise die Zahl der aktiven Kunden im vergangenen Quartal um 800.000 gegenüber dem Vorquartal auf 17,2 Mio. an.

 

© Zalando
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Insgesamt registrierte Zalando im 3. Quartal 394 Mio. Besuche von potenziellen Kunden, knapp 59% davon kamen dabei von mobilen Endgeräten.

 

Ziele von Zalando sind klar

Vorstandsmitglied Rubin Ritter sieht das Ziel in diesem Jahr aus der Kombination von schnellem Wachstum verbunden mit klarer Profitabilität. In Lahr soll ein neues Logistikzentrum entstehen und der Standort in Mönchengladbach soll auf eine maximale Kapazität ausgebaut werden.

Verluste im 3. Quartal

Im 3. Quartal konnte Zalando den Umsatz um 42,2% auf 713,1 Mio. Euro steigern. Die Produktpalette wurde um neue Marken. Der Konzern will das so genannte Einkaufserlebnis für Kunden weiter steigern, z. B. durch schnellere Lieferungen und vereinfachte Rücksendungen. Auch das Angebot für mobile Endgeräte soll weiterentwickelt werden.

Das bereinigte EBIT sank deutlich von 3,8 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf -23,5 Mio. Euro. Zum einen verläuft das 3. Quartal saisonal bedingt etwas schwächer, aber auch deutlich erhöhte Investitionen in den Technologiebereich wirkten entsprechend negativ.

 

Umsatz auf der Zielgeraden

Bezogen auf die ersten neun Monate stieg der Umsatz auf 2,1 Mrd. Euro nach 1,5 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit gelang es Zalando, per Ende September fast das Umsatzniveau des gesamten vergangenen Jahres zu generieren. Bis Jahresende will der Konzern hier die Marke von 3 Mrd. Euro erreichen.

Das bereinigte EBIT stieg um 19,5 Mio. Euro auf 35,7 Mio. Euro an. Das entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 1,7% nach 1% im Vorjahr.

 

Hat Zalando Kunden getäuscht?

Ungemach könnte jedoch von ganz anderer Seite drohen. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbes hat Klage gegen den Online-Modehändler eingereicht. Grund ist eine angeblich „irreführende Werbung“.

So soll Zalando den Kunden bei verschiedenen Artikeln einen geringeren Warenvorrat als vorhanden vorgetäuscht haben. Beispielsweise wurde auf der Website angegeben, dass nur noch 3 Stück eines Artikels vorrätig seien. Ging der Kunde jedoch auf den Warenkorb, hätte er auch 10 Stück oder mehr bestellen können. Durch Testkäufer war dies aufgefallen und Zalando war daraufhin abgemahnt worden.

Laut Medienberichten kam es zu keiner außergerichtlichen Einigung, so dass nun Klage vor dem Landgericht Berlin eingereicht wurde. Zalando selbst zeigte sich davon überrascht, da nach den Hinweisen diese Angabe bereits Anfang September im Online-Shop korrigiert worden sei. Wer nun am Ende Recht bekommt, wird das Gericht entscheiden müssen.

 

Aktie legt leicht zu

Aufgrund dieser Nachricht büßte die Aktie von Zalando umgehend etwas ein, konnte sich jedoch die Tage darauf wieder erholen. Auch der gestrige Handelstag wurde mit einem Minus von 1,59% beendet.

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Das Bild drehte sich jedoch heute zum Handelsbeginn. Die Anleger nahmen die Zahlen positiv auf, was zu einem Plus von bisher 2,25% führte. Hier schaute man anscheinend weniger auf das Minus im 3. Quartal, sondern sah eher auf das Gesamtbild bezogen auf die ersten neun Monate, denn in diesem Zeitraum konnte man die Gewinne gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln.

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