Zalando-Zahlen stoßen auf Enttäuschung, was wird mit der Aktie?

Es ist weniger zum Schreien, vielmehr zum Haare-Raufen. Kurz nach dem Aufstieg in den MDAX legt der Online-Versandhändler Zalando vorläufige Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor. Dabei schlägt der Modehändler nicht nur die Prognosen der Analysten, sondern auch seine eigenen. Doch die Aktie reagiert nicht mit Gewinnen auf die Nachrichten. Ganz im Gegenteil, die Anleger straften sie bereits im vorbörslichen Handel ab. Ein Makel in der Bilanz verdirbt ihnen nämlich die Laune.

 

© Zalando
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Beim Umsatz schriebt Zalando einen Rekord mit einem Anstieg von 33 bis 35% auf 727 bis 738 Mio. Euro. Prognosen gingen von 696 Mio. Euro aus. Ausschlaggebend für das Umsatzwachstum waren laut Zalando anhaltende Investitionen in das langfristige Kundenangebot.

 

Achillesferse: EBIT stagniert

Allerdings hat Zalando mit höheren Kosten zu kämpfen, die das Umsatzwachstum in den Hintergrund schieben. Ein Anstieg im Bereich der Zahlungsabwicklung belastete das EBIT. Zalando rechnet deshalb mit einem operativen Gewinn von 22 bis 37 Mio. Euro (Vorjahr 35 Mio. Euro). Die EBIT-Marge sei auf drei bis fünf Prozent gefallen. Im Vorjahresquartal waren es noch 6,4%. Insgesamt war deshalb die Profitabilität von Zalando im 2. Quartal rückläufig.

 

Zalando wächst stärker als erwartet

Für die ersten sechs Monate rechnet Zalando mit einem Umsatzanstieg von 31 bis 32% auf 1,37 bis 1,38 Mrd. Euro. Das ist deutlich über dem bisher gesetzten Ziel. Das EBIT soll zwischen 51 und 66 Mio. Euro gelegen haben. Das entspräche einer Marge von rund vier Prozent. Erst im Mai hatte Zalando seine Prognose erhöht.

Ob die sinkende Marge Folgen für die endgültige Jahresbilanz haben wird, will Zalando am 13. August veröffentlichen. Der Konzern hält sich vor dann gegebenenfalls seine Prognose für das Gesamtjahr anzupassen.

 

Zalando-Aktie - Rücksetzer nur von kurzfristiger Natur?

Seit dem Börsengang im Herbst 2014 konnte die Zalando-Aktie bisher um rund 30% zulegen. Sie bewegt sich in einem Aufwärtstrend und erreichte erst kürzlich ein neues Rekordhoch bei 33,90 Euro. Kurzfristige Rücksetzer sind unbedenklich und gründen in den aktuellen Nachrichten über die rückläufige Profitabilität.

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Jetzt kommt es auf die Charttechnik an: Solange die Unterstützung bei 31 Euro nicht nachhaltig nach unten durchschritten wird, bleibt der Aufwärtstrend intakt. Analysten halten die Aktie aktuell für unterbewertet und erwarten weiter steigende Kurse von bis zu 43 Euro.

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