Zenatech Aktie: KI soll Vermessung beschleunigen

Die geplante Software soll Vermessungsdaten schneller auswerten und Abläufe vereinheitlichen; Tests sind für das kommende Jahr vorgesehen.

Die Kernpunkte:
  • KI soll Nachbearbeitung um bis zu 80 Prozent verkürzen
  • Tests in drei Anwendungsfeldern angekündigt
  • 29 Übernahmen seit Anfang 2025 abgeschlossen
  • Quartalsumsatz stieg um 300 Prozent

Zenatech will Landvermessungsdaten künftig in Minuten statt Tagen liefern. Dafür präsentiert das Unternehmen eine eigene KI-Softwarelösung, die an die LiDAR-Drohnen der Tochter ZenaDrone gekoppelt werden soll. Noch steckt das Projekt in Entwicklung und Test.

Was die Software leisten soll

Die Suite soll automatisch Punktwolken klassifizieren, die bei einem Drohnenflug aus Milliarden einzelner 3D-Messpunkte entstehen. Sie trennt dabei Boden von Vegetation, Gebäuden und Leitungen, erzeugt Geländemodelle und wandelt Merkmale wie Bordsteinkanten oder Mauern in CAD-Zeichnungen um. Auch Rauschfilter und die Erfassung von Infrastruktur wie Hydranten oder Schachtdeckeln gehören zum geplanten Funktionsumfang.

Der Nutzen liegt laut Unternehmen im Zeitgewinn: Die Nachbearbeitung soll um bis zu 80 Prozent schrumpfen, klassifizierte Datensätze sollen wenige Stunden nach dem Flug vorliegen. Dieselben Teams und Drohnen könnten so mehr Aufträge abarbeiten, was die Margen verbessern dürfte. Tests in Vermessung, Infrastrukturüberwachung und Versorgungsinspektion sind für das kommende Jahr angekündigt. Einen festen Starttermin nennt Zenatech nicht.

Baustein der Roll-up-Strategie

Die Software ist mehr als ein Produktupdate. Sie soll einheitliche Arbeitsabläufe über alle zugekauften Vermessungsbetriebe legen und dem Drone-as-a-Service-Geschäft eine skalierbare Softwareschicht hinzufügen. Seit Anfang 2025 hat Zenatech 29 Akquisitionen abgeschlossen und betreibt damit rund 40 Standorte. Die Integration eines Vermessungsbüros dauert nach Unternehmensangaben sechs bis zwölf Monate.

Auf einer Investorenkonferenz hatte das Management einen Tag zuvor das Umsatzwachstum betont. Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse um 300 Prozent auf 6,6 Millionen kanadische Dollar. Profitabel ist Zenatech allerdings nicht, über zwölf Monate steht ein Nettoverlust von knapp 59 Millionen Dollar. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende Juni auf 24,4 Millionen kanadische Dollar.

Kurs nahe Jahrestief

An der Börse spiegelt sich das Wachstum bislang nicht wider. Die Aktie schloss zuletzt bei 0,97 Dollar und damit nahe dem unteren Ende ihrer Jahresspanne von 0,93 bis 5,19 Dollar. Marktbeobachter könnten darin die Skepsis sehen, ob aus Zukäufen und Produktentwicklung dauerhaft Gewinne entstehen.

Konkrete Hinweise liefern die für 2026 ausstehenden Meilensteine: Das Unternehmen will über Start und Rollout der KI-Software informieren, sobald die ersten Testphasen abgeschlossen sind. Parallel läuft die Blue-UAS-Zertifizierung für vier Drohnenmodelle, die für US-Bundesaufträge nötig ist.

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