ZEW-Index: Lageeinschätzung erholt sich deutlich
Der ZEW-Lageindikator verbessert sich deutlich, während Erwartungen kaum zulegen. Banken gewinnen an Zuversicht, die Industrie bleibt belastet.

- Lageindikator steigt um 14 Punkte
- Konjunkturerwartungen legen nur leicht zu
- Bankensektor erreicht 52,9 Punkte
- Auto- und Stahlbranche bleiben negativ
Die Stimmung deutscher Finanzexperten sendet im September zwei getrennte Signale: Die Erwartungen treten auf der Stelle, während die Einschätzung der aktuellen Lage spürbar aufholt. Die reale wirtschaftliche Entwicklung schließt damit allmählich zu den vorausgelaufenen Erwartungen auf. Dennoch bleibt das Gesamtniveau gedämpft.
Stagnation bei den Erwartungen, Sprung bei der Lage
Der Index der Konjunkturerwartungen kletterte im September um minimale 0,5 Zähler auf 34,7 Punkte. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem deutlicheren Zuwachs auf 40 Punkte gerechnet. Das Ausbleiben neuer Dynamik überrascht nach den Zuwächsen der Vormonate wenig.
Ganz anders fällt die Bestandsaufnahme der Gegenwart aus. Der Lageindikator verbesserte sich um 14 Punkte auf minus 47,1 Zähler. Zwar verharrt der Wert weiterhin tief im negativen Bereich, der kräftige Anstieg signalisiert jedoch eine spürbare Entspannung gegenüber dem Vormonat.
Industrie bleibt im Minus, Finanzsektor legt zu
Die Entwicklung innerhalb der Wirtschaftssektoren klafft weit auseinander. Vor allem Finanzinstitute profitieren vom aktuellen Zinsumfeld: Die Zuversicht im Bankensektor stieg deutlich auf 52,9 Punkte, während die Versicherungsbranche ebenfalls spürbare Zugewinne verbuchte.
Schwere Bremsspuren zeigen sich hingegen im industriellen Kern. Sowohl die Automobilbranche als auch die Stahl- und Metallerzeugung stecken fest im Minus. Belastend wirken vor allem hohe Energiekosten infolge des Konflikts im Iran sowie anhaltende Verunsicherungen durch hybride Angriffe.
Auf europäischer Ebene trübt sich der Ausblick ein. Der Erwartungsindex für den Euroraum sank überraschend auf 25,8 Punkte, während die Lagebeurteilung zeitgleich auf minus 13,9 Zähler stieg.
Nächster Stimmungsindikator aus den USA
Weitere Hinweise auf den Zustand der Industrie folgen am Dienstagnachmittag um 14:30 Uhr mit dem Empire State Manufacturing Index. Für das Stimmungsbarometer der New Yorker Notenbank rechnen Volkswirte mit einem Rücksetzer auf 14,75 Punkte.
Besondere Relevanz hat dabei die Entwicklung der Einstandskosten. Bleibt der Preisdruck dort erhöht, birgt dies unmittelbare Brisanz für die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch.
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