ZIM Aktie: Sakal-Angebot bei 4,5 Milliarden Dollar

Der Bieterkampf um die Reederei ZIM spitzt sich zu. Ein neues Angebot übertrifft Hapag-Lloyd, doch die Entscheidung liegt bei Israels Regierung.

Die Kernpunkte:
  • Sakal-Gruppe bietet 4,5 Milliarden Dollar
  • Hapag-Lloyd-Deal von Aktionären gebilligt
  • Israelische Regierung als entscheidender Faktor
  • Analysten uneins über fairen Aktienwert

Der Übernahmekampf um die israelische Reederei ZIM Integrated Shipping Services spitzt sich zu. Dabei tickt die Uhr: An diesem Mittwoch legt ZIM die Quartalszahlen vor – ohne die übliche Telefonkonferenz. Der Grund liegt auf der Hand: Die Zukunft des Unternehmens hängt nicht an den jüngsten Frachtraten, sondern am Ausgang eines milliardenschweren Bieterwettstreits.

Die Aktie notiert bei 22,00 Euro, knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 18,7 signalisiert eine starke technische Überverkauftheit – ein Indiz für den Abwärtsdruck der vergangenen Wochen.

Bieterwettstreit mit offenem Ausgang

Ende April stimmten über 97 Prozent der ZIM-Aktionäre für die Übernahme durch Hapag-Lloyd. Der Deal bewertet das Unternehmen mit rund 4,2 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 35 US-Dollar je Aktie. Der ZIM-Vorstand unterstützt die Vereinbarung, die unter anderem die Gründung einer israelischen Tochter namens „New ZIM“ vorsieht. Diese soll von der Beteiligungsgesellschaft FIMI Opportunity Funds kontrolliert werden und die staatliche „Goldene Aktie“ sichern – ein heikler Punkt, der nationale Kontrolle über strategische Schiffsrouten und 16 Schiffe gewährleisten soll.

Doch dann schaltete sich eine Investorengruppe unter Führung von Haim Sakal ein. Ihr All-Cash-Angebot liegt mit 4,5 Milliarden US-Dollar (37,50 US-Dollar je Aktie) über dem Hapag-Lloyd-Angebot. Die Gruppe verspricht zudem, operative Kontrolle und Hauptsitz in Israel zu belassen, und stellt ein Bonuszahlungspaket von 250 Millionen US-Dollar für die Belegschaft in Aussicht.

Die entscheidenden Hürden: Die behördlichen Genehmigungen, insbesondere durch die israelische Regierung, stehen noch aus. Ohne grünes Licht aus Jerusalem ist kein Deal möglich – egal, wer mehr bietet.

Analysten uneins – Fundamentaldaten zweitrangig

Die Bewertungen der Analysten klaffen extrem auseinander. JPMorgan hält an einem „Sell“-Rating mit Kursziel von nur 9 US-Dollar fest. Citigroup hingegen hob im Februar auf „Neutral“, Kursziel 31,80 US-Dollar – getrieben allein durch die Fusionsaussichten. Der Konsens aus fünf Analysten liegt bei 19,26 US-Dollar mit „Hold“-Empfehlung.

Die üblichen Kennzahlen des Frachtgeschäfts spielen derzeit eine Nebenrolle. Entscheidend sind allein die regulatorischen Entscheidungen in Israel und die Frage, ob die Sakal-Gruppe ihr Angebot verbessern kann oder ob Hapag-Lloyd nachlegt. Die Quartalszahlen am Mittwoch liefern kaum neue Narrative – solange der Eigentümer nicht feststeht.

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