Zimmer Biomet Aktie: Knie bremst Quartalsplus

Umsatz und bereinigter Gewinn übertrafen die Erwartungen; das Management erhöhte die Prognose, während das Kniegeschäft nachgab.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt auf 2,063 Milliarden Dollar
  • Hüftprodukte wachsen um sieben Prozent
  • Kniegeschäft schrumpft währungsbereinigt um 2,6 Prozent
  • Jahresprognose für Umsatzwachstum angehoben

Zimmer Biomet übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen und hebt die Jahresziele an. Die Aktie legt nach den Zahlen um 1,5 Prozent zu. Hinter dem soliden Gesamtbild verbirgt sich allerdings ein gespaltenes Geschäft: Hüfte und Technologie wachsen kräftig, das Knie-Segment schrumpft.

Beat bei Umsatz und Gewinn

Der Umsatz stieg um 3,1 Prozent auf 2,063 Milliarden Dollar, währungsbereinigt waren es 3,7 Prozent. Analysten hatten mit rund 2,04 Milliarden Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,90 Dollar und damit zwei Cent über dem Konsens. Er entspricht exakt dem Vorjahreswert.

Der nach US-GAAP ausgewiesene Gewinn je Aktie fiel dagegen um 13,8 Prozent auf 1,00 Dollar. Ein Grund: Im Vorjahresquartal hatte ein Ertrag aus der Neubewertung von Earn-out-Verpflichtungen das Ergebnis gestützt, nun belastet ein entsprechender Aufwand. Die bereinigte operative Marge sank auf 25,1 Prozent, nach 26,5 Prozent im Vorjahr.

Stark präsentierte sich der Cashflow. Der operative Mittelzufluss erreichte 560 Millionen Dollar, der freie Cashflow 372,4 Millionen Dollar, rund ein Drittel mehr als vor Jahresfrist.

Hüfte und Technologie tragen, Knie schwächelt

Das Segment Technologie & Daten, Knochenzement und Chirurgie wuchs währungsbereinigt um 13,0 Prozent. Hüftprodukte legten um 7,0 Prozent zu. Auch die Sparte für Sportmedizin, Fuß und Sprunggelenk, Trauma und Ähnliches (S.E.T.) verzeichnete ein Plus von 7,1 Prozent. Diese drei Bereiche machen laut Konzernchef Ivan Tornos zwei Drittel des Geschäfts aus.

Die Knie-Sparte, mit 767,5 Millionen Dollar weiterhin der größte Einzelbereich, verlor währungsbereinigt 2,6 Prozent. In den USA lag das Minus bei 2,0 Prozent, international bei 3,4 Prozent. Für die Margen bleibt das Knie damit ein Dauerthema.

Prognose steigt moderat

Das Management hebt die Spanne für den bereinigten Jahresgewinn je Aktie auf 8,50 bis 8,60 Dollar an, zuvor waren es 8,47 bis 8,59 Dollar. Die Mitte liegt knapp über dem Analystenkonsens von 8,54 Dollar.

Deutlicher fällt die Anhebung beim organischen währungsbereinigten Umsatzwachstum aus: Es soll nun 3,0 bis 3,5 Prozent betragen, bisher waren 2,25 bis 3,25 Prozent geplant.

Im Quartal startete das Unternehmen zudem ein neues Restrukturierungsprogramm, verlängerte die Vertriebsvereinbarung mit THINK Surgical für Robotik und erweiterte das Portfolio für Fuß und Sprunggelenk. Die Nettoverschuldung liegt bei 7,1 Milliarden Dollar. Parallel kaufte der Konzern in den ersten neun Monaten eigene Aktien für 579 Millionen Dollar zurück, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Die Marktreaktion von 1,5 Prozent fällt verhalten aus. Offenbar hatten Investoren den Beat weitgehend eingepreist. Zusätzliche Hinweise zur Knie-Schwäche und zu den Margen dürfte die Telefonkonferenz des Managements am heutigen Mittwoch liefern.

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