Zinzino ABries B Aktie: 23 Prozent Wachstum in lokalen Währungen
Zinzino steigert Umsatz im zweiten Quartal um 18 Prozent und erschließt Kolumbien. Der Wachstumsausblick für 2026 bleibt unverändert bestehen.

- Umsatzplus von 18 Prozent
- Markteintritt in Kolumbien
- KI-Tool für Kundensupport eingeführt
- Kapitalerhöhung durch Forderungsverrechnung
Zinzino hat am Dienstag Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die das bisherige Wachstumstempo bestätigen. Der schwedische Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln und Testprodukten steigerte den Umsatz auf 936,8 Millionen schwedische Kronen, nach 794,4 Millionen Kronen im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 18 Prozent, in lokalen Währungen lag das Wachstum laut Unternehmensangaben sogar bei 23 Prozent.
Der Bruttogewinn erreichte 351,3 Millionen Kronen, das EBITDA belief sich auf 153,1 Millionen Kronen. Zinzino bekräftigte im Zuge der Vorlage den bestehenden Wachstumsausblick für das Gesamtjahr 2026, ohne diesen zahlenmäßig zu präzisieren.
Bereits Anfang August hatte das Unternehmen vorläufige Verkaufszahlen für Juli veröffentlicht und dabei ein Umsatzplus von 20 Prozent für den Monat gemeldet – ein Hinweis darauf, dass die Dynamik auch nach dem Quartalsende anhielt.
Kolumbien als neuer Markt, KI-Tool für den Support
Strategisch bemerkenswert ist die Erschließung Kolumbiens als neuen offiziellen Markt in Südamerika, die Zinzino im zweiten Quartal vollzog. Der Schritt erweitert die geografische Basis des Unternehmens auf dem südamerikanischen Kontinent, wo Zinzino zuletzt bereits starke Zuwächse verzeichnet hatte. Parallel dazu führte das Unternehmen ein KI-gestütztes Kundensupport-Tool ein, das laut eigenen Angaben der internen Effizienz dienen soll.
Zum Ausblick auf die Quartalszahlen richtete Carlsquare für den heutigen Donnerstag ein Videointerview mit dem Vorstandsvorsitzenden Dag Bergheim Pettersen aus, in dem der Q2-Bericht und angrenzende Themen besprochen werden sollten.
Kapitalstruktur wächst durch Forderungsverrechnung
Neben dem operativen Geschäft veränderte sich zuletzt auch die Aktienstruktur. Der Vorstand beschloss drei gezielte Sacheinlage-Kapitalerhöhungen über insgesamt 233.348 neue B-Aktien, mit denen Forderungen gegen Zinzino verrechnet wurden – Gläubiger waren Enhanzz AG, World Class Ventures LLC sowie Distributoren des Unternehmens. Dadurch stieg die Zahl der B-Aktien auf 34.285.954, das Grundkapital erhöhte sich von 3.916.599,80 auf 3.939.934,60 schwedische Kronen.
Kursreaktion und Einordnung für Anleger
Die Aktie honorierte die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen: Über die vergangenen 30 Tage legte der Kurs 14 Prozent zu, nachdem er zuvor deutlich unter Druck geraten war.
Zinzino notiert damit weiterhin klar unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 18,42 Euro, das Ende August erreicht wurde – der Abstand beträgt 28 Prozent. Auf Jahressicht steht das Papier noch mit 8,4 Prozent im Minus, was zeigt, dass die jüngste Erholung den früheren Kursrückgang bislang nicht vollständig kompensiert hat.
Für Anleger bleibt die Kombination aus zweistelligem Umsatzwachstum, geografischer Expansion und der laufenden Aktienausgabe durch Forderungsverrechnung der zentrale Beobachtungspunkt. Der Markteintritt in Kolumbien liefert einen zusätzlichen Wachstumshebel, während die Directed-Set-off-Emissionen die Aktienzahl schrittweise erhöhen und damit die Verwässerung im Blick bleiben dürfte.
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