Zoetis Aktie: 49,40 Prozent Rückgang über 12 Monate

Zoetis erwartet bis Mitte September die Kartellentscheidung zur Neogen-Übernahme. Der Aktienkurs zeigt sich trotz gesenkter Prognose und schwacher Heimtiermärkte leicht erholt.

Die Kernpunkte:
  • Entscheidung zur Neogen-Übernahme im September
  • Aktie erholt sich nach deutlichen Verlusten
  • Großanleger reduzieren ihre Zoetis-Anteile
  • Neue Impfstoffzulassungen und Diagnostik-Übernahme

Die neuseeländische Wettbewerbsbehörde Commerce Commission ließ heute die Frist für Stellungnahmen zur geplanten Übernahme des globalen Tiergenomik-Testgeschäfts von Neogen Corporation durch Zoetis Holdings LLC verstreichen. Eine endgültige Entscheidung soll am 15. September 2026 fallen. Für Zoetis ist das Verfahren ein weiterer Baustein in der Wachstumsstrategie – während der Konzern an der Börse mit ganz anderen Sorgen kämpft.

Zoetis hatte vor über einem Monat seine Jahresprognose deutlich zurückgenommen, seither verlor die Aktie rund 12,7 Prozent an Wert. Auslöser waren anhaltende Schwächen im US-Heimtiermarkt und schärfere Konkurrenz. Seit Jahresbeginn steht bei dem Titel ein Rückgang von 39,47 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 49,40 Prozent.

Anteilseigner bauen Positionen ab

Mehrere institutionelle Investoren reduzierten ihre Zoetis-Bestände im zweiten Quartal deutlich, wie aus Pflichtmitteilungen vom Wochenende hervorgeht. Assenagon Asset Management verkleinerte seine Position um mehr als die Hälfte, Chesley Taft & Associates zog sich in ähnlichem Umfang zurück, und Community Trust & Investment Co. baute rund drei Viertel seines Bestands ab.

Der Rückzug fällt in eine Phase des angekündigten Führungswechsels an der Finanzspitze: James Saccaro, zuvor bei GE HealthCare, übernimmt am 17. August die Doppelrolle als Finanzvorstand und Chief Operating Officer von Wetteny Joseph, der künftig als Sonderberater fungiert.

Unternehmen treibt Portfolio trotz Gegenwind voran

Operativ zeigt sich Zoetis unterdessen aktiv. Der Konzern schloss die Übernahme von VitalRADS ab, einer Plattform für veterinärmedizinische Ferndiagnostik, und erweitert damit seine Diagnostik- und Bildgebungssparte.

Die Europäische Kommission erteilte zudem die Marktzulassung für den Geflügelimpfstoff Poulvac Procerta HVT-ND gegen Newcastle-Krankheit und Marek-Krankheit. In den USA erhielt Zoetis eine Notfallzulassung für die Präparate Dectomax und Dectomax-CA1 zum Schutz von Nutztieren vor Befall durch die Neue-Welt-Schraubenwurmfliege.

Analysten bleiben zurückhaltend

Am Freitag senkte Barclays sein Kursziel für Zoetis von 136 auf 85 Dollar und beließ die Einstufung bei Equal Weight. HSBC kappte sein Ziel von 140 auf 95 Dollar, riet aber weiter zum Kauf. Beide Häuser reagierten auf die gesenkte Konzernprognose und die schwächelnde Nachfrage im nordamerikanischen Heimtiergeschäft.

Kurs stabilisiert sich vorsichtig

Zoetis notiert aktuell bei 64,98 Euro und damit 3,41 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. Die Aktie bewegt sich knapp fünf Prozent über ihrem Zwölfmonatstief von 61,98 Euro, das erst am Wochenende markiert wurde.

Zum 50-Tage-Durchschnitt von 66,81 Euro fehlen ihr weiterhin gut zwei Prozent. Ob sich die Erholung fortsetzt, dürfte auch vom Ausgang des Neogen-Verfahrens und von der Amtsübernahme des neuen Finanzchefs abhängen – beide Termine liegen nur wenige Wochen voneinander entfernt.

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