Zscaler Aktie: 22 Prozent Einbruch nach Gewinnwarnung

Zscaler überzeugt mit operativer Rekordmarge, senkt aber die Free-Cashflow-Prognose wegen hoher KI-Investitionen. Der Aktienkurs fällt deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Operative Marge erreicht Allzeithoch
  • Free-Cashflow-Prognose deutlich gesenkt
  • Massive Investitionen in KI-Infrastruktur
  • Umsatzwachstum von 25 Prozent erzielt

Starke Quartalszahlen, Rekordmarge – und die Aktie bricht um 22 Prozent ein. Zscaler lieferte im dritten Fiskalquartal 2026 auf operative Ebene alles, was sich Anleger wünschen. Doch der Blick nach vorn trübt das Bild.

Der Cloud-Security-Spezialist senkte seine Free-Cashflow-Prognose deutlich. Statt der ursprünglich erwarteten 26,5 bis 27 Prozent Marge rechnet das Management nun nur noch mit 22,8 bis 23,3 Prozent.

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Grund sind massiv steigende Investitionen in KI-Infrastruktur. Zscaler baut Rechenzentren aus und kauft spezialisierte Hardware für seine KI-gestützte Sicherheitsplattform. Die Kapitalausgaben steigen auf einen hohen einstelligen Prozentanteil vom Umsatz – getrieben durch teurere Speicher, Prozessoren und Arbeitsspeicher.

Starke Zahlen im Rückspiegel

Im dritten Quartal setzte Zscaler 850,5 Millionen US-Dollar um, ein Plus von 25 Prozent. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie stieg auf 1,08 US-Dollar nach 0,84 US-Dollar im Vorjahresquartal. Die operative Marge erreichte mit 23 Prozent einen Allzeithoch.

Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) legte ebenfalls 25 Prozent auf 3,525 Milliarden Dollar zu. Ohne die übernommene Red Canary blieben 21 Prozent organisches Wachstum.

KI-Sicherheit wird zum Zugpferd

Zscaler forciert den Kurswechsel zur KI-Sicherheit. Das Unternehmen kündigte die Übernahme von Symmetry Systems an, arbeitet mit Anthropic an „Project Glasswing“ und ist Teil von OpenAIs „Daybreak“-Programm.

Die Nachfrage bestätigt die Strategie: Das KI-Sicherheitspaket „AI Protect“ verbuchte in den letzten zwölf Monaten Buchungen von über 100 Millionen Dollar. Die Daten-Sicherheits-ARR übersprang die Schwelle von 500 Millionen Dollar – ein Plus von mehr als 30 Prozent im Jahresvergleich.

Vorsichtiger Ausblick verunsichert

Für das Gesamtjahr 2026 hob Zscaler die Umsatzprognose leicht an auf 3,33 Milliarden Dollar. Der erwartete Non-GAAP-Gewinn je Aktie liegt bei 4,10 bis 4,11 Dollar.

Doch der Ausblick für 2027 dämpft die Euphorie. Das Management rechnet nur noch mit einem Umsatz- und ARR-Wachstum von 16 bis 17 Prozent. Der Grund: Zwei Vertriebsleiter haben das Unternehmen verlassen, hinzu kommt die Zurückhaltung bei Enterprise-Cloud-Ausgaben.

Der Aktienkurs notiert aktuell bei 124,50 Euro und liegt damit fast 60 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Quartalszahlen zum vierten Fiskalquartal werden in den kommenden Monaten erwartet.

Reichen die KI-Investitionen langfristig aus, um die operative Dynamik zu stützen – oder frisst der Infrastrukturausbau die Marge auf? Das ist die entscheidende Frage für Zscaler.

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