Zscaler Aktie: Wachstum mit Kratzern

Zscaler meldet bessere Quartalswerte als erwartet, während organisches Wachstum und freier Cashflow nachlassen und der Ausblick langsamer ausfällt.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz übertrifft Wall-Street-Prognose
  • Red Canary prägt wiederkehrende Erlöse
  • Freier Cashflow sinkt um 65 Prozent
  • Ausblick signalisiert geringere Wachstumsdynamik

Zscaler hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen der Wall Street übertroffen — und trotzdem zeigen die Zahlen, dass das Tempo nachlässt. Der Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 898,2 Millionen Dollar, deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 877 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,19 Dollar statt der prognostizierten 1,09 Dollar.

Unter der Oberfläche zeigt sich allerdings ein differenzierteres Bild. Ein erheblicher Teil des Wachstums stammt nicht aus dem Kerngeschäft: Die zugekaufte Sicherheitsfirma Red Canary trug allein 141 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrenden Erlösen bei. Ohne diesen Zukauf wuchsen die wiederkehrenden Erlöse und der Jahresumsatz nur um 20 Prozent — solide, aber spürbar langsamer als der Schlagzeilenwert suggeriert.

Freier Cashflow bricht ein

Der eigentliche Wermutstropfen im Quartal ist der Cashflow. Der freie Cashflow schrumpfte auf 60,8 Millionen Dollar und lag damit 65 Prozent unter dem Vorjahreswert. Grund sind hohe Investitionen in die eigene Cloud-Infrastruktur — eine Entwicklung, die kurzfristig auf die Marge drückt, langfristig aber die Wachstumsbasis sichern soll.

Der Nettoverlust fiel dennoch deutlich geringer aus als im Vorjahr: Statt 17,6 Millionen Dollar Verlust standen nur noch 3,4 Millionen Dollar zu Buche. Die annualisierten wiederkehrenden Erlöse (ARR) stiegen um 25 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar, inklusive 246 Millionen Dollar an neuem ARR im Quartal.

Ausblick zeigt Verlangsamung

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt Zscaler einen Umsatz zwischen 935 und 939 Millionen Dollar in Aussicht — ein Plus von rund 19 Prozent. Der Mittelwert liegt zwar über der Analystenschätzung von 927 Millionen Dollar, markiert aber im Jahresvergleich einen klaren Rückgang der Wachstumsdynamik gegenüber den 25 Prozent im abgelaufenen Quartal.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 3,91 bis 3,94 Milliarden Dollar, was einer Wachstumsrate von 16,6 bis 17,5 Prozent entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 4,86 und 4,90 Dollar liegen.

Cybersecurity-Ausgaben gelten als schwer verschiebbar — Unternehmen können Investitionen in neue Büros oder Maschinen aufschieben, den Schutz vor Datendiebstahl und Erpressungssoftware kaum. Dieser strukturelle Rückenwind bleibt intakt, auch wenn Zscaler mit dem verlangsamten organischen Wachstum und dem schwächeren Cashflow zeigt, dass selbst gefragte Sicherheitsanbieter nicht immun gegen wachsende Investitionskosten sind.

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