Podcast: Papa, erklär mal Börse

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Tochter fragt, Papa antwortet - Der Börsen-Podcast nicht nur für Anfänger.

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In der ersten Folge unseres Podcast im neuen Jahr sprechen wir über mdie neuen Zinsängste in Amerika und über einige unserer Top-10-Werte in diesem Jahr.
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Ausblick KW 08/23: Mit Fresenius, Deutsche Telekom, Münchner Rück, Home Depot, Walmart, eBay, Etsy und NVIDIA

Der Start in die neue Börsenwoche dürfte relativ verhalten werden. Denn den Anlegern stecken immer noch die überraschend starken Erzeugerpreise in den USA und die nicht so stark gefallenen Erzeugerpreise in Deutschland in den Knochen. Entsprechend dürften die Diskussionen über die weiteren Zinsentscheidungen der Notenbanken das ganze Börsengeschehen weiter überlagern.

Aus charttechnischer Sicht könnten hier womöglich in der kommenden Woche wichtige Tests anstehen. Das gilt einerseits für den S&P 500, der sich am Freitag schon gefährlich seiner Unterstützung durch die 50-Tage-Linie genähert hatte. Auch beim DAX könnte womöglich der Test der Unterstützung im Bereich von 15.215 Punkten anstehen. Hier sollte man gerade auch in Deutschland mit einrechnen, dass wir am Montag und Dienstag noch mit dem Rosenmontag und Karnevalsdienstag zwei tolle Tage haben, an denen womöglich das Handelsvolumen etwas geringer ausfällt und damit Raum für höhere Volatilitäten lässt.

Weitere Einschätzungen zum Gesamtmarkt und seinen kurz- bis mittelfristigen Perspektiven sowie zu Einzelwerten hören Sie auch in unserem neuen Podcast-Folge von „Future Money der Börsentalk“.

Konjunkturtermine

Der Terminkalender für Konjunkturdaten ist in der neuen Börsenwoche dicht gepackt. Dabei starten wir schon am Montag mit den Flash-Zahlen für das Verbrauchervertrauen in der Eurozone im Februar. Hier erwarten die Ökonomen im Vorfeld eine leichte Verbesserung von vorher -20,9 Punkte auf -19 Punkte.

Richtig aktiv geht es dann ab Dienstag los. Einerseits mit den Einkaufsmanager-Indices für Februar für die Eurozone und Deutschland wie auch für die USA. Für den deutschen Markt besonders interessant dürften auch die Zahlen des neuen ZEW-Konjunkturindex sein. Für den erwarten die Analysten im Berichtsmonat Februar eine weitere deutliche Verbesserung von 16,9 Punkten in der Vorperiode auf 22 Punkte für die Konjunkturerwartungen. Damit würde sich die schon im Vormonat ins Positive Terrain umgekehrte Entwicklung weiter verstetigen lassen.

Nur ein Tag später ist dann der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Februar dran. Auch bei diesem erwarten die Analysten weitere Verbesserungen. Beim Hauptindex wird mit einer weiteren Verbesserung von vormals 90,2 Punkten auf 91,2 Punkte für den Februar gerechnet.

Im Fokus insbesondere der Wall Street dürfte dann der Mittwoch stehen. Denn dann werden die Sitzungsprotokolle der US-Notenbank vom letzten Mal, die sogenannten Minutes, veröffentlicht. Nachdem in den letzten Tagen mehrere Fed-Mitglieder Kommentare veröffentlichten, die darauf hinauslaufen könnten, dass die US-Notenbank wieder größere Zinsschritte macht, dürften die Minutes entsprechend darauf besonders genau abgeklopft werden.

In gut einem Monat ist die nächste Fed-Sitzung und derzeit gehen nach Daten der CME Group knapp 82% der befragten Marktteilnehmer davon aus, dass um weitere 25 Basispunkte erhöht wird. Derzeit sind es nur 18%, die von 50 Basispunkten ausgehen. Das könnte sich womöglich mit der Veröffentlichung der Minutes deutlich ändern.

Interessant werden dürften auch weitere Veröffentlichungen zum Wirtschaftswachstum sowohl in den USA als auch in Deutschland. In Amerika gibt es die zweite Schätzung für das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal. Hier wird derzeit mit einer Revision von vormals 2,9% auf 2,5% gerechnet. Für Deutschland sollten die Werte inzwischen unverändert bleiben, da sich um die endgültigen Zahlen handelt. Zum Schluss der Woche rücken dann in Amerika noch mal die privaten Verbraucher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Neben Zahlen zum persönlichen Einkommen dürfte vor allen Dingen die Veröffentlichung des Index des Verbrauchervertrauens der University of Michigan interessant werden.

Unternehmenszahlen

Bei den Quartalszahlen haben wir noch mal eine sehr intensive Woche vor uns. Immerhin sind in unseren vier Fokusmärkten USA, Deutschland, Österreich und Schweiz über 500 Unternehmen mit entsprechenden Terminen avisiert. Für eine bessere Übersicht haben wir diesmal Europa und Amerika in den einzelnen Überblicken aufgeteilt. Natürlich ist das auch wieder nur eine (subjektive) Auswahl an Terminen. Dabei ist besonders zu beachten, dass am Montag die Wall Street wegen des Presidents Day geschlossen hat.

Zu einzelnen Unternehmen:

Am deutschen Markt wendet sich der Blick in der neuen Börsenwoche unter anderem zu Fresenius. Der Gesundheitskonzern wird am Mittwoch berichten. Nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Reihe von Gewinnwarnungen aussprechen musste, ist der Markt natürlich gespannt, welche zukünftige Strategie der neue Vorstandschef Michael Sen umsetzen will. Er hatte schon angekündigt, die Unternehmensstruktur grundlegend auf den Prüfstand stellen zu wollen. Dabei besonders im Fokus die Dialysetochter Fresenius Medical Care, an der Fresenius zwar nur noch mit rund 32% beteiligt ist, die Gesellschaft dennoch voll konsolidiert. Das bislang mit deutlich negativen Ergebnissen. Fresenius Medical Care wird übrigens auch am Mittwoch berichten.

Zahlen gibt es von der Deutschen Telekom. Dabei sind die Erwartungen des Marktes hoch. Insbesondere beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen und nach Leasingkosten spekulieren die Analysten auf eine deutlich positive Überraschung. Bei der Vorlage der 9-Monats-Zahlen hatte die Telekom verkündet, im Gesamtjahr auf dieser Basis ein Ergebnis von mehr als 37 Milliarden € verdienen zu wollen. Die Analysten gehen im Durchschnitt davon aus, dass hier 40,15 Milliarden € herausgekommen sind. Auch für den Free Cashflow wie für das bereinigte Konzernergebnis werden wesentliche Verbesserungen erwartet. Beim Ergebnis liegt die Prognose bei 8,32 Milliarden €, ein mögliches Plus von rund 43%.

Der weltgrößte Rückversicherungs-Konzern Münchner Rück präsentiert am Donnerstag die Zahlen zum vergangenen Jahr. Dabei dürfte der Fokus vor allem auch auf dem Ausblick liegen. Für das vergangene Jahr rechnen die Analysten mit einem Gewinn von 3,2 Milliarden €, der nach derzeitigen Schätzungen auf 4 Milliarden € gesteigert werden könnte. Dabei profitiert der Rückversicherer insbesondere von zwei wesentlichen Tendenzen. Zum einen dürfte es der Münchner Rück gelungen sein, aufgrund der vorangegangenen Schadensfälle bei den Neuverhandlungen zum Jahresanfang wesentlich höhere Preise durchgesetzt zu haben. Andererseits ist der DAX-Konzern dabei, in neue Geschäftsfelder zu expandieren.

Im amerikanischen Markt stehen gleich am Dienstag die beiden Konsum-Werte Home Depot und Walmart im Fokus. Dabei sind die Erwartungen der Analysten aufgrund der vorangegangenen Konsummüdigkeit der US-Verbraucher deutlich gedämpft. Bei Walmart geht man zwar von weiteren Umsatzsteigerungen im Jahresvergleich aus. Aber man rechnet damit, dass Walmart beim Gewinn je Aktie deutlichere Abstriche machen könnte. Bei Home Depot sieht es dagegen etwas freundlicher aus. Hier wird von leichten Umsatzsteigerungen und auch leichten Zuwächsen beim Gewinn je Aktie ausgegangen. So dürfte im Ergebnis wohl besonders der Ausblick entscheidend sein, der, so befürchten viele, aufgrund der derzeitigen weiterhin hohen Inflation womöglich eher gedämpft ausfällt.

Am Mittwoch geht es dann weiter mit Konsumwerten, diesmal allerdings im Internet. Denn zum einen wird eBay seine Zahlen vorlegen, andererseits auch Etsy, die vor allem als Plattform für selbst gemachte Sachen und Vintage bekannt ist. Während bei eBay mit leichten Gewinnsteigerungen gerechnet wird bei gleichzeitigem Umsatzrückgang, könnte Etsy genau das Kontrastprogramm liefern: steigender Umsatz, fallende Gewinne.

Und dann noch ein Wert aus der Technologiebranche. Denn auch der Halbleiter-Riese NVIDIA soll Zahlen liefern. Die Prognosen dafür sind deutlich negativ gefärbt und gehen von wesentlichen Umsatz- und Gewinnrückgängen aus. Aber das hat noch nicht wirklich etwas zu bedeuten. Denn auch hier lässt sich Spielraum für mögliche positive Überraschungen erkennen.