BASF: Russland-Effekt sollte so langsam abgehakt sein

Die BASF-Aktie hat sich zuletzt sehr stark erholt, seit Mitte Dezember lag der Kursanstieg bei 17 %, aktuell notiert sie bei 52,65 Euro. Bis zu dem Kurs vor der Ukraine-Krise mit 65 Euro ist es jedoch noch weit. Was können Anleger von der weiteren Kursentwicklung erwarten?

Gute Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr

Die vorläufigen Geschäftszahlen sind bis auf das Nettoergebnis ganz ordentlich. Der Jahresumsatz stieg um 11 % auf 87,3 Mrd. Euro. Das Wachstum basiert überwiegend auf höheren Preisen sowie hohen Währungsgewinnen.

Das operative EBIT vor Sondereinflüssen liegt mit 6,8 Mrd. unter dem Vorjahreswert von 7,2 Mrd. Euro. Allerdings liegt es in der erwarteten Spanne von 6,8 bis 7,2 Mrd. Euro. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von rund – 1,4 Mrd. Euro ausgewiesen. Ursache hierfür sind die hohen Abschreibungen auf die Gastochter Wintershall DEA, diese waren durch die Sanktionen gegenüber Russland notwendig geworden. Die Zusammenarbeit mit dem russischen Unternehmen GAZPROM wurde vollständig eingestellt. Wie es mit der Gastochter weitergeht, ist noch ungewiss.

Da diese Abschreibungen zahlungsunwirksam sind, gehen Analysten davon aus, dass sie die Dividendenzahlung kaum berühren. Zuletzt hatte der Konzern eine Dividende von 3,40 Euro gezahlt, dies entspricht bei dem aktuellen Kurs einer Rendite von 6,4 %.

Kann das Vorpandemie-Niveau wieder erreicht werden?

Die Geschäftsentwicklung zeigt, dass der Konzern sich operativ gut entwickelt hat, dies dürfte sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. Lieferkettenprobleme sind weitestgehend weggefallen, die die gestiegenen Kosten konnten an die Kunden weitergereicht werden. Die Belastungen aus dem weggefallenen Russland-Geschäft sollten bilanziell weitestgehend erledigt sein. Sollte die Geschäftsentwicklung positiv weitergehen, sind Kurse von 55 -58 Euro realistisch.