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BioNTech: Der erste Großkunde ist da

Startet der deutsche Biotech-Spezialist BioNTech heute den Angriff auf seine bisherigen Höchstkurse? Die Nachrichtenlage würde danach aussehen. Denn wie das Mainzer Unternehmen zusammen mit seinem amerikanischen Partner Pfizer bekannt geben konnte, hat man für den derzeit in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff mit dem noch kryptischen Namen „BNT 162“ eine erste Bestellung erhalten.

Diese kommt aus Großbritannien. Insgesamt sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffes geliefert werden, wenn dieser zugelassen würde. Die Lieferungen sollen sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr erfolgen.

Studienergebnisse aussichtreich

BioNTech gehört bekanntlich zu der Spitzengruppe der Pharma- und Biotech-Unternehmen, die derzeit im Rennen um einen Corona-Impfstoff augenscheinlich am besten positioniert sind. Insgesamt haben BioNTech und Pfizer derzeit vier Impfstoffkandidaten in klinischen Studien der Phase I und II in den USA und Deutschland. Zwei dieser Kandidaten haben jüngst von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA sogar die Genehmigung für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erhalten.

BioNTech und Pfizer wollen entsprechend auf das Tempo drücken. Noch in diesem Monat will man mit weiteren Studien der Phasen IIb und III beginnen. Wenn hier alles nach Plan verläuft, könnte schon im Oktober die entsprechende Zulassung beantragt werden. Dabei ist anzunehmen, dass eine solche Zulassung wohl zuerst in Amerika erfolgen dürfte.

Wer bestellt noch bei BioNTech?

BioNTech selbst hat auch noch erklärt, dass man mit weiteren Regierungen in Gesprächen wäre bezüglich neuer Liefervereinbarungen. Für den Aktienkurs könnte dies nur Positives bedeuten. Denn wenn die weiteren Studienergebnisse wunschgemäß ausfallen, dürfte BioNTech und Pfizer keine Schwierigkeiten haben, schnell zu einer Monetisierung zu kommen. Ungeachtet dessen, dass natürlich auch die Konkurrenz aussichtsreiche Präparate in der Pipeline hat.

Aber wie schon die Geschehnisse rund um Gilead Sciences und sein experimentelles Medikament Remdesivir zeigte, scheint hier derzeit jedes Land für sich allein zu kämpfen (außer vielleicht die EU, die sich hier im wahrsten Sinne hinten anstellt). Das sollte zumindest für die Spitzengruppe der Impfstoffentwickler garantierte Einnahmen bringen.

Schafft die Aktie neue Hochs?

Fazit: Natürlich ist die Luft für die BioNTech-Aktie bereits recht dünn geworden. Aber hier gilt kein normaler Bewertungsansatz, sondern ein klares Trend-Momentum. Deshalb rechnen wir auch damit, dass die Aktie über ihre bisherigen Höchststände (92 Dollar auf Schlusskursbasis, 105 Dollar Intraday) steigen könnte. Wie wir schon an anderer Stelle immer wieder sagten: Seien Sie zumindest mit einigen Aktien dabei.