Morning Briefing: Mit Siemens Energy, Airbus, Zalando, Merck, Lufthansa, Qualcomm, Paypal, Nutrien und Robinhood

SIEMENS ENERGY wird voraussichtlich weniger als zwei Milliarden Euro für die Qualitätsprobleme bei Windrädern von Siemens Gamesa aufwenden müssen. Eine Person, die mit den Vorgängen vertraut ist, stimmte Analystenschätzungen zu, dass Reparatur- oder Austauschkosten für bis zu tausend Turbinen zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro betragen könnten. JP Morgan geht davon aus, dass sich diese Summe jedoch über mehr als sieben Jahre erstrecken wird. Bislang hatte Siemens Energy lediglich von Zusatzbelastungen von mehr als einer Milliarde Euro gesprochen.

AIRBUS: Der europäische Flugzeughersteller und sein amerikanischer Rivale Boeing verhandeln mit der US-Fluggesellschaft American Airlines über die Bestellung neuer Flugzeuge. American bestätigte einen Bericht von Bloomberg, gab jedoch keine Details bekannt. Der Bericht besagt, dass es sich um die Bestellung von mehr als 200 Jets handeln könnte.

ZALANDO: Die zurückhaltende Kaufbereitschaft der Verbraucher hat Auswirkungen auf den Online-Modehändler. Das Unternehmen teilte mit, dass der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 2,5 % auf 2,6 Milliarden Euro gesunken sei. Das über die Plattform verkaufte Brutto-Warenvolumen (GMV) verringerte sich um 1,8 % auf 3,7 Milliarden Euro.

MERCK: Der Pharma- und Technologiekonzern aus Darmstadt musste aufgrund einer schwächeren Nachfrage und negativer Wechselkurseffekte im zweiten Quartal mit einem deutlichen Gewinnrückgang kämpfen. Aus diesem Grund musste das Unternehmen seine Jahresziele senken. Merck rechnet nun für das Jahr 2023 mit einem Umsatz von 20,5 bis 21,9 Milliarden Euro und einem bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) von 5,8 bis 6,4 Milliarden Euro. Bislang waren ein Umsatz von 21,2 bis 22,7 (2022: 22,2) Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis von 6,1 bis 6,7 (Vorjahr: 6,8) Milliarden in Aussicht gestellt worden. Merck-Chefin Belen Garijo erklärte, dass 2023 für das Unternehmen ein Übergangsjahr bleiben werde.

LUFTHANSA: Die Lufthansa konnte im zweiten Quartal aufgrund hoher Nachfrage und knappem Angebot einen Rekordgewinn von 1,1 Milliarden Euro verbuchen, was fast das Dreifache des Vorjahresquartals bedeutet. Die operative Marge erreichte mit 11,6 % einen neuen Rekordwert für ein zweites Quartal. Zudem erzielte das Unternehmen mit einem Konzernergebnis von 881 Millionen Euro einen neuen Höchststand.

Amerika

QUALCOMM: Der US-Halbleiterkonzern erwartet für das vierte Geschäftsquartal aufgrund einer schwachen Nachfrage nach Smartphones und ähnlichen Geräten einen niedrigeren Umsatz als von Experten prognostiziert. Der Umsatz wird voraussichtlich zwischen 8,1 Milliarden und 8,9 Milliarden Dollar liegen, während von Refinitiv befragte Experten mit 8,7 Milliarden Dollar rechnen. Im dritten Quartal fiel der Umsatz im Kerngeschäft mit Mobilfunkchips um 25 % auf knapp 5,3 Milliarden Dollar und der Gesamtumsatz lag bei 8,5 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von mehr als einem Fünftel entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 1,87 Dollar nach 2,96 Dollar im Vorjahr, wobei 1,81 Dollar vorhergesagt wurden.

PAYPAL hat im zweiten Quartal erneut die Erwartungen der Experten hinsichtlich der Gewinnspanne enttäuscht und die Aktie auf Talfahrt geschickt. Der US-Zahlungsdienstleister gab eine bereinigte operative Marge von 21,4 % bekannt und verfehlte damit seine eigene Prognose von 22 %. Analysten hatten bereits in den vergangenen Quartalen Bedenken hinsichtlich der Margen geäußert. Die Paypal-Aktie verlor im nachbörslichen Handel zunächst acht %.

NUTRIEN: Der kanadische Konkurrent von K+S verfehlte im zweiten Quartal aufgrund gesunkener Kalipreise die Schätzungen der Analysten. Daten von Refinitiv zeigten, dass das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 2,53 Dollar pro Aktie verzeichnete, während die durchschnittliche Schätzung der Analysten bei 2,79 Dollar lag. Der weltweit größte Düngemittelhersteller entschied, seine Pläne zur Steigerung der Kaliproduktion auf unbestimmte Zeit zu pausieren und die Arbeiten an seinem Projekt für sauberes Ammoniak in Louisiana einzustellen.

ROBINHOOD: Obwohl die Zahl der Nutzer zurückging, erreichte der Online-Broker Robinhood im zweiten Quartal erstmals die Gewinnzone. Das Unternehmen gab bekannt, dass das Geschäft durch hohe Zinsen beflügelt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Nettozinseinnahmen im zweiten Quartal um 243 % auf 442 Millionen Dollar, da das Margin-Investmentgeschäft des Brokers von den Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed zur Bekämpfung der Inflation profitierte. Die volatilen Marktbedingungen für die beliebten Memo-Aktien belasteten das Ergebnis durch den Rückzug vieler Privatanleger.