Plug Power: Run auf die Spitze

Corona-Krise hin oder her, die wirklich wichtigen Themen bleiben auch über die Pandemie hinaus bestehen – und werden möglicherweise noch stärker in den Vordergrund rücken. Denn eines hat die Krise gezeigt: Es gibt einen breiten Konsens in der Gesellschaft, die Themen Gesundheit, Ernährung, Energie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiter nach vorne zu bringen, um die Welt „sicherer“ zu machen.

Die Fans des amerikanischen Wasserstoff-Spezialisten Plug Power werden auf die Fünfjahresprognose des Unternehmens als eines der überzeugendsten Gründe für den Kauf der Aktie hinweisen. Es wird geschätzt, dass Plug Power im Jahr 2024 ein Umsatz von 1 Mrd. Dollar erzielen wird – ein atemberaubender Anstieg gegenüber den 230 Mio. Dollar, die 2019 erreicht wurden. Rückblickend ist daher festzustellen, dass das Ziel des Unternehmens gar nicht so unrealistisch ist, wie es den Anschein macht.

Schafft Plug Power die Wachstumserwartungen?

In den letzten fünf Jahren hat Plug Power den Umsatz mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 29% steigern können. Um die Prognose von 1 Mrd. USD zu erreichen, muss der Umsatz also ca. 34% p.a. steigen. Das könnte passen. Denn das Management geht davon aus, dass die Bereitstellung seiner Brennstoffzellenlösungen für den Markt für Materialtransportgeräte (wie Gabelstapler) weiterhin das Brot- und Buttergeschäft sein wird, was einem Umsatz von rund 750 Mio. Dollar im Jahr 2024 entsprechen wird. Das Unternehmen rechnet ferner mit starken Zuwächsen bei den Elektrofahrzeugen und der stationären Stromerzeugung, für die ein Umsatz von 200 Mio. Dollar bzw. 50 Mio. Dollar prognostiziert wird.

Aber auch die Rentabilität sieht vielversprechend aus. Nach Angaben des Managements werden die Betriebskosten von 30% des Umsatzes im Jahr 2019 auf 10% bis 2024 sinken. Das hilft, um ein Betriebsergebnis von 170 Mio. Dollar zu erzielen. Darüber hinaus geht das Management davon aus, dass das Unternehmen im Jahr 2024 ein bereinigtes EBITDA von 200 Mio. Dollar erzielen wird. Dagegen steht: Die hohe Verschuldung und die Historie der Verwässerung des Shareholder Value sind zwei rote Fahnen, welche Beachtung finden sollten.

Was machen wir aus diesen Eckdaten und diesen Perspektiven?

Da das Unternehmen noch unrentabel ist und keinen positiven Cashflow generiert, sind herkömmliche Bewertungskennzahlen wenig sinnvoll. Derzeit notiert die Aktie mit dem vierfachen des Umsatzes, etwas mehr als der Branchendurchschnitt von 3,6 – gerade noch vertretbar. Wir fassen zusammen:

  • Bereinigter Verlust von 0,12 Dollar je Aktie gegenüber einem Nettoverlust von 0,14 Dollar im Vorjahresquartal.
  • Plug Power erzielte im ersten Quartal 2020 Rekord-Bruttoeinnahmen von 43 Mio. Dollar, was einem Wachstum von 89% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einsatz von über 1.000 Brennstoffzellensystemen und vier Wasserstoffinfrastrukturprogrammen im ersten Quartal.
  • Signifikante Fortschritte bei der Strategie zur vertikalen Integration von Wasserstoff.
  • Das Unternehmen bekräftigte die Prognose, im Jahr 2020 Bruttoeinnahmen in Höhe von 300 Mio. Dollar zu erzielen, was einem Wachstum von mehr als 25% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ziele für 2024 bleiben trotz Corona bestehen.

Fazit

Die Börse verteilt hier bereits wieder Vorschusslorbeeren und in der Tat gefallen die Story und die Perspektive. Ja, Risiko ist vorhanden, aber auch Chancen. Wir würden Plug Power mit einer Anfangsposition aufnehmen und Zukäufe bei erfolgtem technischem Kaufsignal bei 4,80 Dollar akzeptieren. Wohin die Reise geht? Das hängt von uns allen ab.