Wall Street Nachlese: Neue Hoffnung – Mit Tesla, Deere, Nordstrom und Autodesk

Die Anleger an der Wall Street zeigten sich auch zur Wochenmitte in Kauflaune, was direkt mit den gestern veröffentlichten Gesprächsprotokollen, den sogenannten Minutes, der US-Notenbank von ihrer letzten Sitzung zusammenhing. Denn diese Minutes beflügelten Hoffnungen, dass die Fed in den nächsten Monaten tatsächlich bei den geplanten Zinserhöhungen kleinere Schritte machen wird.

Laut den Protokollen sieht die US-Notenbank Fortschritte bei ihrem Kampf gegen die hohe Inflation und schaut auch darauf, die Schrittweite ihrer weiteren Zinserhöhungen zu verkleinern. Aktuell rechnen Marktteilnehmer laut einer Umfrage damit, dass wir im Dezember nur noch eine Zinserhöhung um 0,50 Prozentpunkte bekommen könnten.

Hinzu kam, dass es auch weitere Entspannungssignale vom Arbeitsmarkt gibt. Für die letzte Woche wurden 240.000 neue Arbeitslosenanträge gemessen. Im Vorfeld hatte der Markt mit 225.000 gerechnet. Die höhere Zahl signalisiert nun, dass auch der Arbeitsmarkt sich womöglich langsam etwas abkühlen könnte, was natürlich auch Druck bei den Löhnen und damit bei den Inflationskomponenten verringern könnte.

Unter dem Strich verbesserte sich gestern der Dow Jones um 0,28% auf 34.194,06 Punkte. Beim S&P 500 ergab sich ein Tagesgewinn um 0,59% auf 4.027,26 Zähler und beim Nasdaq Composite ergab sich ein Plus von 0,99% auf 11.285,32 Punkte.

Aktien im Fokus

Überraschender Tagesgewinner im S&P 500 war die Aktie des E-Auto-Herstellers Tesla. Diese konnte sich mit einem Tagesgewinn von 7,82% an die Spitze setzen, nachdem Analysten der Citi den Wert von zuvor Verkaufen auf Neutral hochstuften. Begründet wurde dieser Schritt mit einem nach Ansicht der Analysten mehr ausbalancierten Chancen-Risiko-Profil.

Ebenfalls kräftige Gewinne verzeichnete der Schwermaschinen-Hersteller Deere, der unter anderem Baufahrzeuge und landwirtschaftliche Fahrzeuge herstellt. Die Aktie konnte sich um gut 5% verbessern, nachdem man beim Gewinn wie auch beim Umsatz für das berichtete vierte Fiskalquartal besser abschnitt als erwartet. Außerdem lieferte Deere einen Ausblick, der besser als erwartet ausfiel. So rechnet das Unternehmen im neu begonnenen Geschäftsjahr mit Laufzeit bis Oktober 2023 mit einem Nettogewinn zwischen 8,0 und 8,5 Milliarden Dollar. Die von FactSet befragten Analysten hatten bislang im Durchschnitt nur mit 7,88 Milliarden Dollar gerechnet.

Weniger Erfolg hatte gestern Nordstrom. Die amerikanische Kaufhauskette büßte gestern mehr als 4% ein, nachdem man mitteilen musste, dass die Umsätze sich in den vergangenen Monaten zunehmend verlangsamt hätten. Zwar konnte man für das zuletzt berichtete dritte Quartal mit einem Gewinn je Aktie über 0,20 Dollar die Markterwartungen von 0,15 Dollar je Aktie schlagen. Beim Umsatz blieb man allerdings unter den Erwartungen und auch der Ausblick ist nicht sonderlich optimistisch. So peilt das Unternehmen beim Gewinn je Aktie eine Spanne zwischen 2,13 und 2,43 Dollar an. Der FactSet-Konsens liegt aktuell bei 2,31 Dollar. D. h., dass der Mittelwert der Nordstrom-Guidance unter dem Marktkonsens liegen würde.

Verluste verzeichnete auch Autodesk. Die Aktie brach um 5,66% ein, nachdem der Software-Spezialist einen schwachen Ausblick für das vierte Quartal gegeben hatte. Er rechnet beim Gewinn je Aktie mit einer Spanne zwischen 1,77 und 1,83 Dollar. Der Marktkonsens ging bislang von 1,83 Dollar je Aktie aus. Auch beim erwarteten Umsatz liegt Autodesk unter den bisherigen Marktprognosen und konnte letztlich im dritten Quartal gerade einmal die Marktschätzungen erreichen.