Ballard Power: Kommt nach Corona ein neuer Drive?

Der Megatrend Wasserstoff kehrt nach der kurzen Corona-Pause wieder in den Blickpunkt der Anleger zurück. Ein definitiver Trend, welcher vom Bewusstsein einer Corona-geschädigten Gesellschaft getragen wird, die Welt in Zukunft besser und sicherer machen zu wollen. Das rückt auch weiterhin Unternehmen wie Ballard Power, Nel ASA oder Plug Power in den Fokus der Investoren.

In einer Studie vom September 2019 prognostizierte Grand View Research, dass der Markt für Brennstoffzellen von 8,2 Mrd. Dollar weltweit bis 2025 auf über 24 Mrd. Dollar anwachsen wird. Und gerade in Regionen wie Europa könnte das durchschnittliche Jahreswachstum bis zu 26% betragen. Der Hype ist raus, aber das Potenzial bleibt langfristig sehr hoch.

Darum bleiben Wasserstoff und Brennstoffzelle Trendthemen

Es gibt im Kern zwei Gründe, warum der kommende Zyklus vielversprechend bleibt. Erstens besteht weltweit ein Konsens, dass der Klimawandel eine existenzielle Bedrohung darstellt. Zweitens stockt die Energiewende, da die massive Installation von Windkraftanlagen und Solaranlagen noch immer keine berechenbare Grundlast bietet. Wasserstoff wird als Lösung für die Energiespeicherung und die Flexibilität des Netzes gesehen, um das Problem der sogenannten Intermittenz zu lösen.

Darüber hinaus hat die rasante Entwicklung von E-Autos die Grenzen der batteriebasierten Mobilität aufgezeigt. Während Batteriefahrzeuge für kleinere Fahrzeuge richtungsweisend sind, ist dies keine Lösung für den Ferntransport. Neben der Elektromobilität gilt die Brennstoffzelle deshalb als zukunftsfähige Alternative zum Verbrenner.

Zwischenfazit: Grüner Wasserstoff und Brennstoffzellen werden eine wichtige Rolle in der Energiewende spielen, insbesondere bei der Hochleistungsmobilität und der Schwerindustrie. Angesichts der Dynamik des Wasserstoff- und Brennstoffzellenmarktes stellt sich also die Frage: Mit welchen Aktien kann man an der Entwicklung teilhaben?

Ballard Power: Der Altmeister

Nach unserem Einstieg bei Plug Power in diesem Monat ergänzen wir die Liste nun auch durch Ballard Power, dem Börsenliebling in diesem Segment.

Die kanadische Ballard Power existiert schon seit fast 40 Jahren und gilt als Weltmarktführer im Brennstoffzellensegment. Zwar haben die Kanadier in den Jahrzehnten ihres Bestehens noch keine Gewinne geschrieben, aber das kann sich demnächst ändern: Während überall auf der Welt die regulatorischen Bedingungen, bezogen auf Treibhausgasemission, schärfer werden, sind die Kosten für Brennstoffzellen und Wasserstoff gefallen. Die Produkte von Ballard Power werden somit attraktiver.

China-Geschäft ist immens wichtig

Einen weiteren Push erhielt Ballard Power durch eine 20-prozentige Beteiligung des chinesischen Dieselmotorenherstellers WEICHAI POWER CO. Der Deal erleichtert Ballard den Zugang zum chinesischen Markt, wo die Regierung mit einem Subventionsprogramm versucht, der Luftverschmutzung in den vielen Megastädten Herr zu werden. Ein enormer Anreiz, um die emissionsfreie Technologie auf die Straße zu bringen. Folglich ist die 2019er Performance von Ballard Power bis hin zum Corona-Crash mit + 386% recht beeindruckend. Zwar ist die Aktie damit noch meilenweit von ihrem Allzeithoch von vor 20 Jahren bei 125 Euro entfernt, aber das sei nur am Rande erwähnt. Wichtig ist: die Perspektive stimmt.

Perspektive für Ballard Power bleibt spannend

Fazit: Die Ergebnisse für das erste Quartal lagen leicht unter den Erwartungen, aber von uns gibt es ein großes Lob an das Management für die Entscheidung, den erhöhten Aktienkurs des Unternehmens für eine Kapitalerhöhung zu nutzen. Da das bereits angekündigte europäische Brennstoffzellenbus-Programm aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 noch weiter verzögert wird, wird das Joint Venture mit Weichai auf absehbare Zeit bei weitem die größte Einnahmequelle des Unternehmens sein. Damit nähert sich der Moment der Wahrheit für das chinesische Geschäft von Ballard Power.

Unser Rat: Wer auf Wasserstoff und Brennstoffzellentrends setzt, kommt an Ballard nicht vorbei. Dabei sein ist wichtig, Zukäufe erfolgen, wenn die technischen Signale vorhanden sind. Wir bleiben dran.