DAX Schlussbericht: Mörderische Vola – Mit E.ON, Volkswagen, BMW, Lanxess und Talanx

Am deutschen Aktienmarkt machte sich am Mittwoch so etwas wie Panik-Stimmung breit. Auslöser natürlich auch wieder die Banken-Krise in den USA, die am gestrigen Tag mit Macht nach Europa schwappte. Dort im „Auge des Hurricanes“ das bereits angeschlagene Kreditinstitut Credit Suisse. Deren Aktienkurs gab gestern um über 24% nach, nachdem der Großaktionär Saudi National Bank erklärte, weitere finanzielle Unterstützungen auszuschließen. Das gipfelte letztlich am Abend im Statement der Schweizer Nationalbank, die erklären musste, hinter der Credit Suisse zu stehen. Die Notenbank räumt deshalb der Bank einen Kreditrahmen von bis zu 50 Milliarden Franken ein.

Hinzu kamen schwächere Wirtschaftsdaten aus den USA wie beispielsweise der Empire State Index, der für den März unter den Erwartungen blieb. Das wurde an der Börse so interpretiert, dass im zweiten Halbjahr eine Rezession in den USA nicht mehr auszuschließen sei, was natürlich auch eine erhebliche Belastung für die europäischen Volkswirtschaften bedeuten würde.

Und als wäre das alles noch nicht genug, steht für den heutigen Donnerstag auch noch die EZB-Sitzung auf dem Programm. Hier war im Vorfeld mit einer weiteren deutlichen Zinserhöhung um 50 Basispunkte gerechnet worden. Unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse könnte es allerdings auch gut sein, dass die EZB erst einmal nichts tut. Wie das dann am Ende zu interpretieren ist, bleibt vollkommen offen. Für die einen könnte es das Signal geben, dass die Notenbanken das Finanzsystem wieder stützen würden. Für die anderen wäre das sicherlich ein Warnsignal, wie schlecht es denn um die Bankenbranche steht. Die Währungshüter haben also in irgendeiner Weise nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Unter dem Strich büßte der DAX gestern 3,3% und fiel damit erneut unter die Marke von 15.000 Punkten. Er beschloss den Tag bei 14.735,26 Zähler. Beim MDAX ging es noch eine Spur schärfer zu. Dieser Index verlor 3,6% auf 26.790,72 Punkte, während der SDAX dann um 3,3% schwächelte und bei 12.847,48 Punkte schloss. Beim TecDAX schlug ein Minus von 2,4% auf 3.177,09 Zähler zu Buche.

Aktien im Fokus

Einer der wenigen Werte, die sich gestern gegen den allgemeinen Abwärtsdruck stemmen konnten, war E.ON. Die Aktie legte um 0,48% zu, nachdem der Energieversorger für das vergangene Jahr einen deutlichen Umsatzzuwachs auf 115,66 Milliarden Euro melden konnte. Beim Gewinn schaffte das Unternehmen ebenfalls deutliche Steigerungsraten. Der Konzernüberschuss kletterte von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf rund 2,73 Milliarden Euro. Für das neue Geschäftsjahr zeigt sich E.ON aber deutlich vorsichtiger. Allerdings will man trotzdem dabeibleiben, die Dividende bis 2027 um jährlich bis zu 5% zu steigern. Für das vergangene Jahr gibt es eine um zwei Cent erhöhte Dividende von 0,51 Euro je Aktie. Das entspricht einer aktuellen Dividendenrendite von 4,85 %.

Weniger Glück hatte der Chemiekonzern Lanxess. Dabei hatte das Unternehmen in Aussicht gestellt, im neuen Geschäftsjahr das operative Ergebnis auf dem Niveau von 930 Millionen Euro, wie für 2022 berichtet, zu halten. Hier hatte der Markt eigentlich bislang mit einem leichten Rückgang gerechnet. Dennoch zeigten sich Marktteilnehmer unzufrieden und das sorgte letztlich in der Aktie für einen Abschlag von 1,84%.

Ein Abschlag von 0,95% verbuchte BMW nach der Vorlage seines Geschäftsberichtes wie auch der Prognose für dieses Jahr. Im vergangenen Jahr konnte man trotz rückläufiger Absätze einen Zuwachs beim EBIT auf 14 Milliarden Euro vorzeigen. Der Umsatz verbesserte sich um rund ein Viertel auf knapp 143 Milliarden Euro. Für das neue Geschäftsjahr rechnet BMW mit leichten Steigerungsraten bei den Auslieferungen, insbesondere durch die Intensivierung von E-Modellen. Allerdings nannte der Konzern als Untergrenze für die operative Rendite im Autogeschäft für dieses Jahr eine Marge von 8%, nachdem diese im letzten Jahr bei 8,6% gelegen hatte. Das quittierten die Anleger im aufgeheizten Börsenumfeld mit einem Abschlag.

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Auch bei Volkswagen stottert etwas der Rendite-Motor. So hat das Wolfsburger Unternehmen die Rendite-Prognose für seine Kernmarke VW abgesenkt. Bislang war man hier von einer operativen Rendite von 6% ausgegangen, jetzt sollen es nach der entsprechenden Wortregelung mehr als 4% werden. Begründet wurde diese vorsichtige Prognose vor allem mit einem steigenden Kostendruck. Daraufhin verlor die Volkswagen-Aktie bei den Vorzügen 4,07%.

Einen Tagesverlust von 3,86% musste der Versicherungskonzern Talanx hinnehmen. Dabei hatte das Unternehmen für das vergangene Jahr einen Rekordgewinn melden können. Und die Steigerung in der Profitabilität sollten weitergehen. So stellt man für dieses Jahr einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro in Aussicht, was zum Vorjahr eine Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich entsprechen würde. Gleichzeitig kündigte man an für das zurückliegende Jahr die Dividende um 0,40 Euro auf zwei Euro je Aktie steigern zu wollen. Das entspräche einer aktuellen Dividendenrendite von immerhin fast 4,9%.