IBM: Aktie auf Messers Schneide – kann Ausblick helfen?

Die Aktie von IBM, einer der größten Anbieter von Informationstechnologie, bleibt weiterhin schwach. Dabei wird es jetzt charttechnisch besonders gefährlich, nachdem man nicht nur den immerhin seit 2020 gültigen Aufwärtstrend nach unten durchbrochen hatte. Hinzu kommt, dass nun auch droht, dass die Aktie unter ihr bisheriges Jahrestief fällt, was weitere Verkäufe nach sich ziehen könnte. Stellt sich also die Frage, ob das Unternehmen fundamental den aktuellen Ausverkauf wieder auffangen und den Wert stabilisieren kann.

IBM leidet unter starken Dollar

Nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr kam die Aktie ins Schlingern. Insbesondere der schwache Ausblick auf das verbleibende Geschäftsjahr wurde vom Markt schlecht aufgenommen. IBM leidet sehr stark unter dem starken US-Dollar, einziger Lichtblick ist das Cloud-Geschäft.

Der Umsatz hat sich um 9% auf 15,5 USD erhöht, allerdings wäre er bei gleichbleibendem Wechselkurs um 16% gestiegen. Enttäuschend fiel der Nettogewinn aus, mit 2,12 Mrd. USD blieb er knapp unter dem Vorjahreswert. IBM ist es nicht gelungen, aus dem gestiegenen Umsatz einen Gewinn zu erzielen. Eine Verbesserung der Ertragslage für das dritte Quartal konnte nicht in Aussicht gestellt werden.

Aus dem Spin-Off der Infrastruktur-Sparte 2021 konnte IBM noch keinen signifikanten Ertrag erzielen. Diese Sparte wurde unter dem Namen Kyndryl als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht.

Q3-Zahlen dürften schlecht ausfallen

Wie es bei IBM im dritten Quartal letztlich gelaufen ist, werden die Investoren am 19. Oktober nach Börsenschluss erfahren. Die aktuellen Konsensschätzungen im Markt liegen bei einem Gewinn je Aktie von 1,79 USD bei einem Quartalsumsatz von 13,557 Mrd. USD. Dies würde gegenüber dem Vorjahreszeitraum wie auch sequenziell, also gegenüber dem zweiten Quartal, deutliche Rückschritte bedeuten.

So könnte am Ende für die weitere Aktien Performance das Zünglein an der Waage der Ausblick sein. Denn dieser geht aktuell davon aus, dass IBM im vierten Quartal einen kräftigen Wii Bauens sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Gewinnen erreichen könnte. So liegen die aktuellen Konsensschätzungen der Analysten für das vierte Quartal noch bei 3,80 USD je Aktie.

Für den Kurswert derzeit heißt es aber, still zu halten. Denn in der aktuell aufgeheizten Situation ist es wenig sinnvoll, hier bereits wieder einzusteigen. Dazu muss aus technischer Sicht als Mindestanforderung die Unterstützung im Bereich von 118/119 USD bestätigt werden.