Morning Briefing: Mit Bayer, Adidas, Airbus, FlatexDeGiro, SGL Carbon, Logitech, Alphabet und Microsoft

BAYER wird von einem schwachen Agrargeschäft gebremst und muss seine Jahresziele korrigieren. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern rechnet für 2023 nur noch mit einem währungsbereinigten Umsatz von 48,5 bis 49,5 Milliarden Euro und einem bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) von 11,3 bis 11,8 Milliarden Euro. Damit muss Bayer seine Prognose von zuvor zwei bis drei Prozent Umsatzplus auf 51 bis 52 Milliarden Euro und einem bereinigten operativen Ergebnis von 12,5 bis 13 (Vorjahr: 13,5) Milliarden Euro deutlich nach unten korrigieren. Schon im Mai hatte das Unternehmen eingeräumt, dass nur noch das untere Ende dieser Ziele erreichbar ist.

ADIDAS hat nach einer erfolgreichen Verkaufsaktion für die begehrten „Yeezy“-Schuhe des umstrittenen Rappers Kanye West seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Unter Einbeziehung der Verkaufserlöse für die Sportschuhe erwartet der Sportartikelhersteller für 2023 nur noch einen Betriebsverlust von 450 Millionen Euro, während zuvor noch 700 Millionen Euro befürchtet wurden. Auch der Umsatz soll weniger stark zurückgehen als ursprünglich erwartet. Im zweiten Quartal sanken die Erlöse in Euro gerechnet um fünf Prozent, das Betriebsergebnis fiel auf 176 (392) Millionen Euro.

AIRBUS: Insidern zufolge prüft der Flugzeughersteller derzeit, die Leitung der Flugzeug-Produktion in andere Hände zu legen, um Vorstandschef Guillaume Faury zu entlasten und ihm Raum für strategische Aufgaben zu geben. Laut mehreren Informanten von Reuters würde ein solcher Management-Umbau die derzeitige Konzernstruktur widerspiegeln, bei der Hubschrauber und Verteidigung & Raumfahrt als Teil des Flugzeugbauers Airbus geführt werden.

FLATEXDEGIRO verzeichnete im ersten Halbjahr 2022 einen Anstieg der Kundenkonten um 6,8 Prozent auf insgesamt 2,56 Millionen. Das Vermögen der Kunden erreichte dabei einen Rekordwert von 47,8 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 21 Prozent entspricht. Trotz dieser positiven Entwicklung sank die Zahl der Transaktionen über die Plattform um 22,4 Prozent auf 29,5 Millionen, da geopolitische Spannungen, Inflation und gestiegene Zinsen die Anleger verunsicherten. Das bereinigte operative Ergebnis des Online-Brokers ging daher in den ersten sechs Monaten um knapp 22 Prozent auf 63,9 Millionen Euro zurück.

SGL CARBON, der führende Hersteller von Graphit, muss aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Windindustrie einen Verlust von 40 bis 50 Millionen Euro im Geschäftsbereich Carbon Fibers verbuchen. Seit Anfang des Jahres sank die Nachfrage nach Carbonfasern für die Windindustrie stark und eine Erholung im zweiten Halbjahr ist derzeit nicht in Sicht. Der Kundenbedarf aus der Windindustrie wird voraussichtlich erst im Jahr 2024 wieder anziehen. Aus diesem Grund wird das Unternehmen im Laufe des Halbjahres eine Wertminderung auf die Vermögenswerte des Geschäftsbereichs vornehmen. Das operative Geschäft der anderen Geschäftsbereiche bleibt jedoch unberührt.

Europa

LOGITECH: Der schweizerisch-amerikanische Computerzubehör-Hersteller Logitech verzeichnete ein besseres als erwartetes Quartalsergebnis und hebt seinen Ausblick für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2024 an. Obwohl der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 974 Millionen Dollar gesunken ist, übertrifft er die Erwartungen der Analysten, die mit einem Umsatz von 923 Millionen Dollar gerechnet hatten. Der Betriebsgewinn (Non-GAAP) von 109 Millionen Dollar übertrifft ebenfalls die Schätzungen der Analysten von 70 Millionen Dollar. Folglich rechnet Logitech nun mit einem Umsatz von 1,875 bis 1,975 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr, was im Vergleich zu den vorherigen Erwartungen von 1,8 bis 1,9 Milliarden Dollar eine Steigerung darstellt.

Amerika

ALPHABET: Die Quartalsergebnisse von Alphabet stehen ganz im Zeichen des Wettlaufs um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI), bei dem auch Microsoft mit OpenAI mitmischt. Google, eine Tochtergesellschaft von Alphabet, bringt ihren ChatGPT-Konkurrenten „Bard“ nun auch in Deutschland auf den Markt. Allerdings muss sich das Unternehmen gleichzeitig einer milliardenschweren US-Klage stellen, die ihm unerlaubte Nutzung von Daten für das KI-Training vorwirft. Die Veröffentlichung der Zahlen findet heute um 22:00 Uhr statt.

MICROSOFT: Microsoft legt ebenfalls seine Zahlen vor, nachdem es den Sieg im Kampf um den Videospiele-Anbieter Activision Blizzard errungen hat. Die US-Kartellbehörde FTC hat ihre Hauptklage gegen die Übernahme durch Microsoft zurückgezogen, nachdem der Software-Konzern zwei Niederlagen vor Gericht einstecken musste. Investoren erhoffen sich Neuigkeiten im Wettbewerb mit der Alphabet-Tochter Google um die technologische Führung bei Künstlicher Intelligenz (KI). Ein weiteres Thema dürften die Ermittlungen gegen OpenAI sein, an dem Microsoft beteiligt ist und das wegen angeblicher Verletzung von US-Verbraucherschutzgesetzen ins Visier genommen wurde. Die Veröffentlichung der Zahlen findet heute um 22:00 Uhr statt.