Morning Briefing: Mit E.ON, BASF, Evotec, Süss Microtec, Kering, L`Oreal, Intel, Ford und T-Mobile US

E.ON: Der Energienetz-Betreiber hat seine Ziele für das aktuelle Geschäftsjahr erneut angehoben. Eine positive Entwicklung der Energienetze und Kundenlösungen habe das Halbjahresergebnis beeinflusst, dank einer Entspannung des zuvor stark belasteten energiewirtschaftlichen Marktumfeldes. Zusätzlich haben sich Einmaleffekte ergeben. Der prognostizierte bereinigte Konzerngewinn (EBITDA) für das laufende Jahr liegt nun bei 8,6 bis 8,8 Milliarden Euro – das sind 800 Millionen mehr als zuvor. Der bereinigte Konzernüberschuss soll nun bei 2,7 bis 2,9 Milliarden Euro liegen, nachdem zuvor 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro angestrebt wurden.

BASF will weiter sparen, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch verzeichnet und seine Jahresziele senken musste. Durch ein bereits im Januar angekündigtes Sparprogramm erwartet BASF bis Ende 2023 eine jährliche Ersparnis von mehr als 300 Millionen Euro. Finanzchef Dirk Elvermann sagte, dass das Unternehmen auch weiterhin seine Fixkosten streng überwacht und diskretionäre Kosten vermeidet. Zudem liegt der Fokus verstärkt auf dem Cash-Management, um den Free Cashflow zu optimieren. Im weiteren Verlauf des Jahres wird BASF den Abbau seiner Lagerbestände weiter vorantreiben. Bis Ende 2026 sollen die Fixkosten jährlich um rund eine Milliarde Euro gesenkt werden.

EVOTEC: Das Hamburger Biotech-Unternehmen muss infolge eines schweren Cyber-Angriffs im Frühjahr mit weiteren Umsatz- und Gewinneinbußen rechnen. Die Attacke hatte zur Folge, dass die Produktivität im gesamten letzten Quartal beeinträchtigt war, da die IT-Systeme bis Juni abgeschaltet blieben. Die entgangenen Umsätze von 70 Millionen Euro können nur zum Teil noch in diesem Jahr aufgeholt werden. Zudem fielen Kosten in Höhe von 25 Millionen Euro an, um den Cyber-Angriff in den Griff zu bekommen. Aufgrund dessen rechnet das Unternehmen nun für das Jahr 2023 mit Erlösen zwischen 750 und 790 (Vorjahr: 751) Millionen Euro, was eine Abweichung von den bisherigen Erwartungen von 820 bis 840 Millionen Euro bedeutet.

SÜSS MICROTEC:  Die schwächelnde Mikrooptik-Sparte durchkreuzt die Umsatz- und Gewinnerwartungen des Chip-Ausrüsters. Für das Jahr 2023 wird nun nur noch ein Umsatz zwischen 320 und 340 (2022: 299) Millionen Euro erwartet, anstatt der bisherigen Erwartungen von bis zu 360 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite wird zwischen 9 und 11 (bisher: 10-12) Prozent liegen und somit maximal auf Vorjahresniveau bleiben. In den ersten sechs Monaten des Jahres fiel der Umsatz der Sparte um 40 Prozent und es ist unklar, ob sich die Lage im zweiten Halbjahr verbessern wird. Die Kunden hatten sich im vergangenen Jahr weit über Bedarf eingedeckt, was zu einem Einbruch der Bestellungen führte. Für das Jahr 2023 wird erwartet, dass die Sparte operativ einen Verlust von 5,5 Millionen Euro verzeichnen wird.

Europa

KERING: Der Luxusgüterkonzern, der unter anderem die Marke Gucci führt, verzeichnete im vergangenen Quartal einen Umsatzanstieg von 3 Prozent auf 4,96 Milliarden Euro. Allerdings fiel dieser geringer aus als von Analysten erwartet und auch der Rivale LVMH konnte mit einem deutlich höheren Wachstum glänzen. Gucci selbst verzeichnete lediglich ein Plus von 1 Prozent. Kering gab zudem bekannt, dass das Unternehmen 30 Prozent des italienischen Modekonzerns Valentino für 1,7 Milliarden Euro in bar übernehmen wird.

L’OREAL: Eine schrittweise Erholung des chinesischen Marktes verhalf dem Kosmetikriesen L’Oréal zu einem Umsatzanstieg im zweiten Quartal. Der Konzern gab bekannt, dass der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 13,7 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro gestiegen ist. Obwohl der Markt in China tatsächlich anzieht, wird die Geschwindigkeit des Anstiegs nach dem Ende der Corona-Beschränkungen nicht vollständig erfüllt.

Amerika

INTEL: Trotz schwacher Nachfrage hat der amerikanische Chiphersteller im letzten Quartal bereits zum sechsten Mal in Folge schwarze Zahlen geschrieben, was Analysten überraschte. Der Umsatzrückgang lag bei 15 Prozent und betrug 12,9 Milliarden Dollar, was jedoch weniger war als erwartet. Der bereinigte Gewinn pro Aktie halbierte sich auf 13 Cent, aber es wurde ein Verlust erwartet. Für das laufende Quartal prognostiziert Intel nun einen Umsatz zwischen 12,9 und 13,9 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn pro Aktie von 20 Cent, was höher ist als die bisherigen Erwartungen.

FORD: Der Automobilhersteller hebt aufgrund einer unerwartet starken Nachfrage seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Dank Verbesserungen in der Lieferkette können mehr Pickups und SUVs produziert werden als ursprünglich geplant, um der Nachfrage gerecht zu werden. Ford erwartet nun einen Vorsteuergewinn zwischen 11 und 12 Milliarden Dollar, im Vergleich zu den vorherigen 9 bis 11 Milliarden Dollar.

T-MOBILE US: Die Tochtergesellschaft der Telekom konnte im hart umkämpften US-Markt im zweiten Quartal mehr Vertragskunden als die Konkurrenz gewinnen und die Markterwartungen übertreffen. Mit günstigen Paketangeboten konnte T-Mobile US in den Monaten April bis Juni rund 760.000 neue Vertragskunden gewinnen, im Vergleich zu 538.000 im vorangegangenen Quartal. AT&T oder Verizon konnten nicht mit diesem Erfolg mithalten.