Wochenausblick 50/22 – Die Zinsfrage – Mit Zahlen von TUI, Metro, Ceconomy und Oracle, Hauptversammlung bei Volkswagen

Die vergangene Börsenwoche ließ es so scheinen, als wenn die Weihnachtsrallye schon wieder vorbei sei. Auch für die neue Börsenwoche signalisierten zum Redaktionsschluss die Index-Futures sowohl in Europa als auch in Amerika negative Eröffnungen. Allerdings gilt insbesondere für die Wall Street, dass das Minus relativ moderat ausfallen könnte.

Warten auf die Notenbanken

Insgesamt dürften sich wohl die meisten Investoren in dieser Woche wohl kaum ernsthaft in Stellung bringen, da es gleich einen Doppelschlag von Seiten der Zentralbanken geben wird. Denn am Mittwoch tagt die Europäische Zentralbank mit einer erwarteten Zinsentscheidung von 50 oder 75 Basispunkten. Nur ein Tag später folgt die US-Notenbank Fed. Hier gehen die Erwartungen dahin, dass der Zinssatz um weitere 50 Basispunkte erhöht wird.

Darüber hinaus für den deutschen Markt sicherlich wichtig der Dienstag, wenn für den Dezember der ZEW-Konjunkturindex veröffentlicht wird. Für die Stimmungslage wird dabei allerdings mit einer signifikanten Verbesserung gerechnet, auch wenn der Index weiterhin tief im negativen Terrain bleiben dürfte. So wird damit gerechnet, dass sich der Stimmungsindex von zuvor -36,7 Punkten auf -29 Punkte verbessern wird. Beim Sub-Index für die aktuelle Einschätzung ist ebenfalls mit einer Verbesserung von vormals -64,5 Punkten auf -55 Punkte zu rechnen.

In den Vereinigten Staaten stehen ebenfalls wieder Inflationsdaten an. Für die Kernrate im November wird dabei es mit einem stagnierenden Zuwachs um 0,3% zum Vormonat gerechnet. Im Jahresvergleich wird insgesamt mit einer leicht niedrigeren Inflationsrate von 7,3% nach 7,7% gerechnet. Spannend dürfte es hier auch noch mal am Donnerstag werden, wenn in Amerika Einzelhandels-Daten veröffentlicht werden.

Letzte Zahlen und erste Hauptversammlungen

Wir hatten schon in der vergangenen Woche aufgezeigt, dass die Berichtsaison zum dritten Quartal abgeschlossen ist. Dennoch gibt es immer wieder einige Unternehmen, die berichten. So ist gleich für den Montag der Software-Gigant Oracle mit seinen Zahlen zum zweiten Fiskal-Quartal aufgerufen. Am Dienstag folgt dann der Pharmakonzern Eli Lilly mit einer Guidance für die Q4-Zahlen. Der Großteil der harten Fakten kommt allerdings dann aus Europa. So beispielsweise vom Reisekonzern TUI, vom Elektronikhändler Ceconomy und vom Großhändler Metro.

Gerade TUI dürfte sicherlich spannend werden. Insgesamt rechnet der Markt damit, dass der Reisekonzern über deutliche Verbesserungen im vierten Quartal bzw. im zurückliegenden Geschäftsjahr berichten kann, insbesondere bezüglich des bereinigten EBIT. Allerdings wird wohl der Fokus des Marktes insbesondere auf mögliche neue Einschätzungen des Managements bezüglich der aktuellen Wintersaison liegen. Denn nach Marktbeobachtern zeigen sich deutliche Bremsspuren im Wintergeschäft aufgrund der deutlich gestiegenen Inflationsraten und der damit einhergehenden Preiserhöhungen.

Gegen Wochenschluss sind dann in Amerika auch noch der Häuslebauer Lennar mit seinen Ergebnissen zum vierten Fiskal-Quartal aufgerufen, außerdem der Softwarehersteller Adobe, der ebenfalls Zahlen zum vierten Fiskal-Quartal präsentieren soll.

Daneben gibt es eine ganze Reihe von Investorentreffen, aber auch Hauptversammlungen. In Deutschland dürfte dabei insbesondere der Blick am Freitag zu Volkswagen gehen. Denn in einer außerordentlichen Hauptversammlung in Berlin sollen die Aktionäre einer Sonderdividende zustimmen.

Die Erlöse dafür stammen aus dem Börsengang der Porsche AG sowie dem Verkauf von 25% plus eine der Porsche-AG-Stammaktien an die Porsche Automobil Holding. Vorgeschlagen ist eine Ausschüttung von insgesamt 49% der Brutto-Gesamterlöse, was sowohl für die Volkswagen-Stamm- bzw. Vorzugsaktien eine Ausschüttung von jeweils 19,06 Euro die Aktie bedeuten würde. Das sind insgesamt 9,55 Milliarden Euro. Allerdings müssten sich die Aktionäre dann noch etwas gedulden, denn die Dividende selbst soll erst am 9. Januar 2023 ausgeschüttet werden. Das stößt insbesondere bei Vertretern von Kleinaktionären auf deutliche Kritik.