Aston Martin: Die Puzzleteile für den Turnaround fügen sich zusammen

Wird Aston Martin zu der Turnaround-Story des verbleibenden Jahres? Die Aktie des legendären britischen Sportwagenherstellers hat bislang den Aktionären wenig Spaß gemacht. Mal abgesehen davon, dass die Briten quasi den Trend zu Luxus-SUVs komplett verschlafen hatten, kam zuletzt eine deftige Kapitalerhöhung hinzu, welche noch einmal glasklar darstellte, in welcher finanziell prekären Lage das Unternehmen derzeit ist.

Aber: Genau an dieser Stelle könnte sich alles mehr oder weniger zügig zum Guten wenden. Denn die sprichwörtlichen Zutaten für einen Turnaround sind offenbar vorhanden. Das fängt einerseits auf der Kapitalseite an. Denn der kanadische Milliardär Lawrence Stroll hat seit Jahresanfang das Sagen im Unternehmen. Nach derzeit vorliegenden Zahlen besitzt der Milliardär knapp 24 % an dem Unternehmen.

Ankeraktionär mit tiefen Taschen

Das Besondere daran: Hier geht es letzten Endes nicht nur um Geld, sondern auch um Verbindungen und Netzwerke. Denn Stroll ist einerseits der starke Mann hinter dem Formel-1-Stall Racing Point, der im kommenden Jahr auch in Aston Martin umbenannt werden soll. Darüber hinaus gibt es einen neuen Vorstandsvorsitzenden, der im August sein Amt übernehmen wird. Dabei handelt es sich um Tobias Moers, der bislang Chef des Mercedes-Tuning-Unternehmens AMG war.

Um hier noch den Bogen zu vollenden: Der Formel-1-Rennstall bekommt schon jetzt wichtige Teile von Mercedes. Dessen Motorsportchef Toto Wolff ist selbst bei Aston Martin beteiligt. All diese personellen Puzzleteile fügen sich zu einem Bild, das einiges an Potenzial erwarten lässt. Zumal schon jetzt Aston Martin die Zeichen der Zeit erkannt hat und versucht, mit einem ersten SUV den Markt aufzurollen.

Aston Martin versucht die Modell-Offensive

Der neue Aston Martin DBX bekommt dabei von der Fachpresse erhebliche Vorschusslorbeeren und verfügte Anfang Mai bereits über 2.000 Vorbestellungen. Was insbesondere bemerkenswert war, da der Einzelstückpreis derzeit bei rund 200.000 Euro liegt. Weitere Modelle sind in der Pipeline, so ein Hypersportwagen und überarbeitete Versionen des Modells Vantage. Alle Neuigkeiten sollen noch in diesem Jahr an den Markt kommen.

Jetzt fehlt letzten Endes nur noch der besondere PR-Gag. Dieser könnte durchaus auch von der Formel-1-Schiene kommen. Denn es wird gerüchtelt, dass Sebastian Vettel nach seinem schon bekannt gegebenen Abschied von Ferrari möglicherweise bei dem neuen Aston-Martin-Rennstall unterschreiben könnte. Von der Hand zu weisen ist das nicht, da hier bei den Beteiligten auch gewisse freundschaftliche Bande existieren. Aber für die Aktie von Aston Martin halten wir etwas anderes für wichtiger:

Gelingt der Turnaround?

Denn die nun initiierte Aufholjagd in der Modellpolitik gegenüber anderen Luxuskarossen-Herstellern und die hoffentlich tiefen Taschen des neuen Aktionärskreises kann der Aktie wesentlich mehr helfen als nur ein bekannter Formel-1-Name. Deshalb ist Aston Martin aus unserer Sicht auch eine der spannendsten Rebound-Storys derzeit im Automobilbereich. Natürlich noch sehr spekulativ. Aber hier sollte man zumindest mit einer Anfangsposition dabei sein.