Nokia schwächelt beim Ertrag – Aktie weiter im Risiko

Der finnische Telekomausrüster und Ericsson-Rivale Nokia meldete am Donnerstag einen operativen Quartalsgewinn, der allerdings unter den Markterwartungen lag. Grund dafür war, dass Nokia mehr 5G-Geräte in Märkten mit niedrigen Margen verkauft und Anzeichen für eine Verlangsamung der Kundenausgaben sieht.

Der vergleichbare Betriebsgewinn des ersten Quartals fiel auf 479 Mio. Euro und damit um knapp 18% zum Vorjahresergebnis von 583 Mio. EUR. Damit verfehlte Nokia deutlich die durchschnittliche Prognose der von Refinitiv befragten Analysten von 532,4 Mio. Euro. Die vergleichbare Bruttomarge fiel von 40,7% auf 37,7%. Der Nettoumsatz stieg im Quartal um 10% auf 5,86 Mrd. Euro und übertraf damit die Schätzungen von 5,72 Mrd. Euro.

„Mit Blick auf die Zukunft sehen wir erste Anzeichen dafür, dass sich das wirtschaftliche Umfeld auf die Ausgaben der Kunden auswirkt“, sagte Chief Executive Pekka Lundmark in einer Erklärung. Abgesehen davon, dass Nokia große Aufträge von Telekommunikationsbetreibern für die Einführung von 5G erhalten hat, ist es dem Unternehmen gelungen, seine Basis auf Industriekunden zu diversifizieren, die ihre eigenen privaten 5G-Netzwerke unter anderem in Kraftwerken, Versorgungsunternehmen und Bergwerken einrichten.

Die Enttäuschung beim Gewinn war dann letzten Endes zu viel für die Aktie. Nachdem diese schon durch die Zahlen von Wettbewerber Ericsson unter Druck geraten war, ging es am Donnerstag um fast 9% abwärts. Damit notiert Nokia inzwischen auf dem tiefsten Stand seit Ende April 2021. Nun kann man sicherlich darauf spekulieren, dass es auf diesem Niveau nun die Chance einer Bodenbildung gegeben könnte. Im Worst Case Szenario dürfte allerdings erst das damalige Gap noch geschlossen werden, was ein weiteres Abwärtsrisiko in den Bereich von 3,55 Euro bedeuten würde. Hier sollten Anleger vorerst die Finger von lassen.