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Wirecard: Muss Markus Braun doch um den Job fürchten?

„Unsere tägliche Wirecard gib uns heute!“ Das ist schon seit vielen Monaten an der Börse der Fall wie auch in dieser Woche. Die Aktie des Zahlungsdienstleisters war bekanntlich extrem schwach in die neue Börsenwoche gestartet, nachdem das Unternehmen erneut die Vorlage der 2019 Bilanz verschoben hat. Immerhin konnte sich der Wert gestern im Handelsverlauf wieder in die Nähe seines Vortagesschlusses erholen. Indes:

Die Volatilität wird wohl weiterhin erhalten bleiben. Denn nun kommt ein altbekanntes Thema wieder auf den Plan: Wie sieht es mit der beruflichen Zukunft von Chef, Vordenker und Großaktionär Markus Braun aus?

Angebliche Bedingungen für Vetrragsverlängerung

Nach dem Debakel um die KPMG-Sonderprüfung war ja Braun ein kleines Stück weit entmachtet worden. So jedenfalls die Interpretation, dass es nun einen Compliance-Vorstand in der Unternehmensführung von Wirecard gibt. Außerdem sollte Braun den bislang verantworteten Bereich Investor Relations abgeben. Letztlich scheint es allerdings eher so, dass seine Funktion im Vorstand nur wieder etwas mehr in Richtung Strategie und Planung geschärft werden sollte.

Nun die nächsten Gerüchte bzw. Spekulationen. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, soll Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann bezüglich der anstehenden Vertragsverlängerung von Braun im Dezember mehrere Bedingungen dafür formuliert haben. Die zwei wichtigsten sollen dabei sein, dass einerseits die Bilanz 2019 von Wirecard durch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young ein uneingeschränktes Testat erhält. Außerdem darf es keine weiteren Probleme mit der Finanzaufsicht BaFin geben.

Wirecard mit neuem Chef?

Gerüchteweise soll sich Eichelmann auch schon nach einem Nachfolger umgeschaut haben. Das halten wir zu diesem Zeitpunkt für eher unwahrscheinlich. Denn wenn man sich anschaut, wie Markus Braun die bisherigen Monate überstanden hat, bleibt eigentlich nur als Fazit, dass er bislang trotz bekannter Rücktrittsforderungen noch fest im Sattel sitzt. Aber wie heißt es so schön: nichts hält ewig. Tatsache ist, dass eine Wirecard ohne Braun möglicherweise an der Börse einen kompletten Neustart schaffen könnte. Sicherlich sehr turbulent, aber in der Perspektive durchaus auch positiv möglich.

Fazit: Wir sind uns relativ sicher, dass diese neuen Gerüchte durchaus dazu beitragen könnten, die Aktie zu stabilisieren, so seltsam das klingt. Dennoch bleibt es bei unserer grundlegenden Einschätzung, dass Wirecard als Investment derzeit nicht infrage kommt. Denn aktuell gleicht das ganze eher einer Seifenoper als einem solide zu kalkulierenden DAX-Unternehmen.

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