Deutsche Bank: Eine Ära endet – Auch gut so?

Wenn am Donnerstag die Deutsche Bank zu ihrer Hauptversammlung lädt, wird es auch personell eine erhebliche Zäsur geben. Denn der bisherige Aufsichtsratschef Paul Achleitner wird sich nicht mehr zur Wiederwahl stellen, sondern sich zurückziehen. Dabei ist sein Nachfolger bereits bekannt. Der neue Chefkontrolleur Alexander Wynaendts hat unter anderem 13 Jahre bei ABN Amro und von 2008-2020 als Chef des niederländischen Versicherungskonzerns Aegon gearbeitet. An seiner Wahl auf der Hauptversammlung haben wir jetzt keinen Zweifel.

Der Abschied von Achleitner fällt dabei relativ versöhnlich aus. Noch vor wenigen Jahren sah es fast danach aus, als wenn man ihn letztlich wegen Erfolglosigkeit stürzen würde. Doch mit Konzernchef Christian Sewing hatte er einen guten Griff getan. Dieser hat inzwischen die Deutsche Bank wieder auf eine Erfolgsspur gebracht, auch wenn noch Hausarbeiten zu erledigen sind und auch die Deutsche Bank sich bislang im direkten Vergleich mit der US-Konkurrenz eher schwertut.

Aktie mit starkem Lauf

Aber wie es immer so schön heißt: An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Und das hatte letztlich auch der Aktienkurs der Deutschen Bank in den vergangenen Jahren umsetzen können. Nach dem Coronatief im März 2020, wo die Aktie kurz nur rund 4,50 € gekostet hatte, konnte sie sich bis zum Februar dieses Jahres auf über 14 € verbessern. Aktuell ist sie zwar in den Strudel der Marktkorrektur geraten. Doch ist natürlich auch sichtbar, dass die Deutsche Bank mit zu den Profiteuren einer Zinswende, wie sie nun auch in Europa avisiert ist, werden könnte.

Deutsche Bank als Trading-Chance?

Fazit: Vor diesem Hintergrund wird es jetzt aus charttechnischer Sicht spannend, ob die Unterstützung bei rund 9 Euro halten kann. Das wäre dann eine gute Ausgangsbasis zumindest für einen erneuten Test des Widerstandes bei rund 12 Euro. Für kurzfristig orientierte Anleger immerhin eine Chance von 25-30 %, was man unter Umständen sogar noch hebeln könnte.