DAX-Morgenanalyse 08.06.2020

Die neue Handelswoche startet mit hohen Erwartungen und bullishen Vorgaben. An welchen Marken können sich Trader orientieren?

Bullishe Daten als Basis

Würde sich die vergangene Woche von der Entwicklung her wiederholen, hätte wir ein Allzeithoch im DAX. Denn der Anstieg von 1.000 Punkten binnen weniger Tage legte eine Dynamik vor, bei deren Fortsetzung wir das große Chartbild wieder komplett bis zur Oberseite aufgerollt hätten.

Hintergrund waren bullishe Daten mit einem Liquiditätsmix von Bundesregierung und Europäischer Zentralbank. Doch nicht nur dies, sondern auch die Wirtschaftsdaten aus den USA scheinen sich aufzuhellen. So stieg die US-Arbeitslosenquote am Freitag nicht auf prognostizierte 19 oder gar 20 Prozent, sondern sank sogar leicht auf 13,3 Prozent. Hier glaubt der US-Präsident Trump sieht die Krise „weitgehend“ überstanden zu haben. Genau so sah das Momentum im DAX in der Vorwoche auch aus:

Für das Trend-Trading ist eine solche Bewegung sicher ein Traum, weil man mit der Trendlinie eine sehr gute Orientierung hat:

Doch die Intraday-Bewegungen kamen mit dieser Linie nur selten in Berührung. Zudem ist der Trend so weit fortgeschritten, dass es mental schwerfällt, hier weiter auf die Long-Bewegung zu setzen. Je länger ein Trend andauert, desto wahrscheinlicher wird eine Gegenbewegung.

Auf diese spekulieren einige Trader nun seit Tagen vergebens. Das ist hart und kann nur von striktem Risikomanagement begleitet werden, um das Konto zu schützen.

Die Daten der einzelnen XETRA-Handelstage zeigen auf, wie dynamisch dieser Trend verläuft:

Nur ein kleiner Tag im Minus und bereits der Freitag wartete erneut mit mehr als 300 Punkten Bewegung auf der Oberseite auf:

Eröffnung 12.565,16PKT
Tageshoch 12.858,79PKT
Tagestief 12.560,19PKT
Vortageskurs 12.430,56PKT

Wo stehen wir somit im Big Picture und wie startet die neue Tradingwoche?

Ausblick auf den DAX-Wochenstart

Das Big Picture lässt vermuten, dass wir hier die runde 13.000er-Marke ansteuern könnten. Immerhin sind dies nur rund 1,2 Prozent Aufschlag noch. Charttechnisch wichtiger ist jedoch die Region knapp darüber, da hier im Dezember und Januar eine länger Konsolidierung stattgefunden hatte:

Erst danach schaffte der DAX sein Allzeithoch, während die Wall Street hier bereits einen Schritt weiter war – wir erinnern uns sicher noch…

Ähnlich könnte es jetzt auch ablaufen. Die Nasdaq hat bereits ein neues Allzeithoch und der restliche Markt läuft etwas nach.

Doch wie eingangs beschrieben steigt die Wahrscheinlichkeit einer Gegenbewegung und längeren Konsolidierung täglich an. Entsprechende Regionen sind daher zweideutig belegt:

In Richtung dieser horizontalen Marken und der Trendlinie ist eine Short-Spekulation sinnvoll. Dort muss man jedoch individuell entscheiden, ob die Konsolidierung zur tieferen Marke laufen kann oder der Trend dort wieder aufgenommen wird. Viel hängt hierbei vom jeweiligen Momentum der Bewegung ab und von den News, die es am Markt gibt. So zum Beispiel am Freitagabend wieder zu Wirecard. Hier stellte die Finanzaufsicht BaFin am Freitag Strafanzeige gegen Vorstandsmitglieder wegen Marktmanipulation, so berichtete n-tv. Die Aktie verlor nachbörslich rund 7 Prozent:

Auf den Nachthandel des Gesamtmarktes wirkte sich diese Meldung nicht nachhaltig aus. Wir notieren aktuell bei rund 12.800 Punkten und damit in etwa auf dem Niveau vom Freitagabend:

Eine erste Konsolidierung könnte somit auf diesem hohen Niveau erfolgen und sich bis zur 12.720 erstrecken, ohne die großen Trends hier entsprechend zu beschädigen:

Bis zum 22.00 Uhr Schlusskurs ist daher etwas Platz auf der Unterseite und dann noch einige Punkte weiter zur skizzierten grünen Unterstützung.

Die Oberseite wartet auf dem aktuellen Kurslevel mit einem kleinen XETRA-GAP auf, welches wir auf der Oberseite schliessen könnten. Direkt darüber liegt das Nacht-Hoch und dann sind es ab diesem Niveau genau 1 Prozent bis zur runden 13.000 im DAX.

Wer hätte dies vor wenigen Wochen noch gedacht? Ich zumindest nicht!

Wirtschaftstermine am 08.06.2020

Zum Wochenauftakt stehen wenige Termine auf der Agenda. Termin der Woche ist erst am Mittwoch die US-Notenbanksitzung FED mit der anschliessenden Pressekonferenz.

Das BIP aus Japan wurde bereits in der Nacht vermeldet und fiel leicht schlechter als erwartet aus.

Um 8.00 Uhr schauen wir auf die Deutsche Industrieproduktion und danach auf die Entwicklung der Einzelaktien im Index.

Starten Sie gut und gesund in die neue Handelswoche.

Ihr Andreas Bernstein (Bernecker1977)

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Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.